1. Living Games Festival in Bochum PDF Drucken E-Mail
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Sonntag, den 15. Juni 2008 um 17:00 Uhr
Das war es also, das Living Games Festival 2008 - und das erste seiner Art in NRW noch dazu. Die Veranstalter waren nach eigener Aussage mit dem Festival zufrieden. Als Besucher konnte man das leider nicht nachvollziehen, weil die Hallen sehr übersichtlich besucht waren. Und das war ein Jammer.
Es wurde ausgesprochen viel Wert auf Information gelegt. Informationen, die nicht nur für Freunde des schnellen Ballerfingers von Interesse waren. Ganz im Gegenteil. Es wurde sich sehr ernsthaft mit dem Thema Jugendschutz und Gewalt in Computerspielen auseinandergesetzt. Die Fans von Egoshootern bekamen durch den Vortrag von Andre Peschke (KGN GmbH ) ihr besonderes Fett weg, weil er Ihnen die Argumentationsgrundlage in seinem Vortrag "Die ultimative Wahrheit über Killerspiele" entzog.

Eine hochspannende Diskussion ergab sich auf dem Panel "Gewalt in Computerspielen". Hier wurde mit einer Ernsthaftigkeit über das Thema der Gewalt in den Medien diskutiert, dass manchem "Killerspiel"-Gegner die Vorwürfe, es würde zu unbedacht in der Spielebranche mit diesem Thema umgegangen, im Halse steckenbleiben würden. So war es Dr. Michael Bhatty, der den Entwicklern vorwarf, wichtige Elemente des Storytellings, die in Filmen eingesetzt werden, aufgrund der Spielmechanik zu vernachlässigen. Elemente die in Filmen dafür sorgen, dass der Held eben böse sein darf und es ihm alle verzeihen. Er führte auch Beispiele aus Computerspielen auf, die es richtig gemacht haben.

In seinem Vortrag "Generation Games" unterstrich der Organisator des Festivals, und Geschäftsführer des G.A.M.E-Bundesverbandes, Stephan Reichart, die Wichtigkeit der vernünftigen Medienerziehung. Zudem stellte er dar, wie Unternehmen sich auf die geänderten Lebensgewohnheiten der "Spielegeneration" einstellen müssen, damit sie Vorteile daraus ziehen können. Denn die Organisation von Multiplayergemeinschaften wie "Clans" oder "Gilden" erfordert Fähigkeiten, die Unternehmen suchen. Er stellte die Frage nach den Spiel- und Onlinegewohntheiten als wichtig für jedes Vorstellungsgespräch heraus und erläuterte, wie leicht sich dadurch Rückschlüsse auf die Fähigkeiten eines Bewerbers ziehen lassen.

Vor diesem Vortrag bekam GameParents.de die Möglichkeit, den Verein, seine Mitglieder, seine Arbeit und seine Zukunftspläne vorzustellen. Dafür möchten wir uns nochmals bedanken.

Zudem ermöglicht uns der G.A.M.E.-Bundesverband die Teilnahme an der Games Convention in Leipzig, im August dieses Jahres. Hierdurch erhoffen wir uns, stärker auf unseren Verein aufmerksam machen zu können und so einen noch besseren Beitrag für die Schaffung und Festigung der Medienkompetenz bei Eltern leisten zu können.

Darüber hinaus ergaben sich viele hochinteressante Einzelgespräche, aus denen sich Kooperationen entwickeln können, vielleicht sogar müssen.

 Wir legen allen Eltern, Erziehenden und Lehrern die Teilnahme am nächsten Living-Games-Festival sehr ans Herz. Informieren Sie sich vor Ort über die Spiele und die Branche. Reden Sie mit den Machern von Computerspielen und bekommen Sie ein besseres Verständnis für dieses Medium. Sie müssen dafür nicht selbst zum Spieler werden. Doch bereits das Wissen um bestimmte Dinge hat schon oft dafür gesorgt, dass man diese Dinge mit anderen Augen sieht.
 
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