Virtuelle Welten für Kinder: Her mit dem Taschengeld PDF Drucken E-Mail
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Dienstag, den 08. April 2008 um 14:18 Uhr
Image Auf der Virtual World Conference 2008 in New York, einer Veranstaltung auf der sich Entwickler und Betreiber von virtuellen Onlineplattformen (z.B. Second Life ) über die Zukunft Ihrer Branche austauschen, waren virtuelle Welten für Kinder und Jugendliche dominierend. Doch neben der Selbstbeweihräucherung der Hersteller, u.a. Neopets und Barbie Girls, wurden auch kritische Stimmen laut, wenn es neben den kostenlosen Inhalten auch um kostenpflichtige Mehrwertdienste ging.
 
Während Mattel in erster Linie seine Produkte rund um die Anziehpuppe vermarkten möchte, soll in Kürze mit Barbie Girls V.I.P. ein Premiumdienst an den Start gehen, der exklusive Inhalte gegen Geld anbieten soll. So bekommen die Avatare dafür als optische Unterscheidung eine Krone, aber auch exklusive Erlebniswelten und eine verbesserte Interaktion werden geboten.
Ähnliche Ambitionen haben auch andere Anbieter von virtuellen Kinderwelten. So ist von Neopets etwa ein MMORPG (Massivly Multiplayer Online Roleplaying Game, Massive Mehrspieler Onlinerollenspiel) in der Entwicklung, welches ebenfalls auf Bezahlinhalte setzt. Ob das die Kinder noch von Ihrem Taschengeld finanzieren können, bleibt fraglich.

Hinzu kommt, dass keiner der Anbieter einen wirklichen Kinder- und Jugendschutz in seiner Software garantieren kann. So muss bei Barbie Girls zwar bei der Registrierung eine zusätzliche Elternmailadresse angegeben werden, über die dann eine Freischaltung erfolgt, aber wirklich überprüft, ob das wirklich die Eltern sind, wird das nicht. So können sich Kinder mit Zugriff auf eine zweite Mailadresse also ohne Probleme selbst den Weg in die virtuelle Welt ebnen.

Auch erfolgt keine wirkliche Überprüfung der tatsächlichen Identität. So ist es durchaus denkbar, dass hinter dem netten Ken, oder einer anderen Figur in einer virtuellen Kinderwelt, ein Erwachsener steckt, der versucht, auf irgendwelchen Wegen den Kontakt zu Kindern zu bekommen.

Durch die oft aus dem Ausland angebotenen Server und den darauf laufenden Diensten, greift hier zudem nicht der deutsche Jugendschutz. Auch ist bei manchen Spielen der Download einer Software nicht notwendig, da alles im Browser abläuft. So ist es also möglich, dass Kinder sich bereits ohne das Wissen ihrer Eltern in diesen Welten tummeln.

Lediglich das Nutzen von Bezahldiensten dürfte den Sprösslingen ohne Zutun der Eltern schwerfallen. Denn i.d.R. haben diese noch keine Kreditkarte oder Paypal-Konten.

Das wichtigste Kaptial, da sind sich alle Betreiber von virtuellen Kinderwelten einig, ist das Vertrauen der Eltern. Doch nach aktuellen Umfragen in den USA ist es damit so eine Sache. Denn viele Eltern (38 %) halten die von ihren Kindern genutzten Webseiten für nicht sicher. Sogar 43 % der befragten Eltern stehen den Onlineaktivitäten ihrer Kinder kritisch bis neutral gegenüber. Hinzu kommt noch der Aspekt, dass viele Eltern keinen wirklichen Nutzen in virtuellen Gegenständen sehen, für die echtes Geld gezahlt werden muss.

Für die Anbieter erschwerend ist zudem die unterschiedliche Rechtslage in unterschiedlichen Ländern. So soll in den USA der Children's Online Privacy Protection Act (COPPA ) für den Schutz der Kinder sorgen, während in Europa die EU-Richtline für Audiovisuelle Mediendienste zumindest die Werbung denen Kinder in virutellen Welten ausgesetzt werden dürfen, regelt. 

Das alles bringt aber ohne genau hinschauende Eltern überhaupt nichts. Denn auch in der virtuellen Welt gilt: "Wo kein Kläger, da kein Richter." Und dass viele Eltern ihre Kinder in Punkto Computernutzung unterschätzen, oder aber aus Angst, sich vor ihren Kindern zu blamieren, einer möglichen Konfrontation aus dem Weg gehen, dürfte als allgemein bekannt angenommen werden.

Quelle: Heise Online
 
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