Verbotsdebatte - Deutsche Spieleentwickler drohen mit Abwanderung ins Ausland PDF Drucken E-Mail
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Montag, den 19. Februar 2007 um 00:53 Uhr

Einem Bericht von Spiegel Online (SpOn) zufolge, drohen deutsche Spieleentwickler im Zuge der anhaltenden Verbotsdebatte rund um gewalthaltige Computerspiele derzeit mit einer Abwanderung in das Ausland.

SpOn zitiert dabei unter anderem den Geschftsführer der Games Academy in Berlin, Thomas Dlugaiczyk, mit den Worten "Es gibt einige Entwickler, die bereits überlegen, wegen der schlechter werdenden Rahmenbedingungen ins Ausland zu gehen". Dlugaiczyk zufolge sei es klar, dass die Branche künftig einen Bogen um Deutschland machen werde.

Auch ein Vertreter des Publishers Ubisoft meldet sich zu Wort. Der Konzern begrüße sinnvolle Jugendschutz-Regelungen, allerdings schieße Bayern mit seinem Gesetzentwurf eindeutig über das Ziel hinaus.

Umstritten ist der von Bayern in den Bundesrat eingebrachte Gesetzentwurf vor allem deshalb, weil er auf der Annahme konservativer Politiker beruht, gewalthaltige Computerspiele seien Hauptauslöser für die Amokläufe von Erfurt 2002 und Emsdetten 2006 gewesen. Ein derartiger Zusammenhang konnte aber bisher niemals wissenschaftlich belegt werden. Vielmehr werden solche Zusammenhänge auch von der Wissenschaft mehrheitlich bestritten.

Auch im Bundesrat regt sich derweil Widerstand gegen die Pläne Bayerns. Die Bundesregierung will zunächst die sowieso anstehende Überprüfung des Jugendschutzgesetzes abwarten, der Bundesrat verwies den Verbotsantrag an die zuständigen Ausschüsse.

Damit steht fest, dass eine Entscheidung frühestens im Herbst dieses Jahres fallen wird.

 

 
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