| Zustände wie in China gewünscht?!? |
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| Mittwoch, den 22. November 2006 um 20:14 Uhr | ||||
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(Ein zynisch, satirischer Kommentar) Der Amoklauf in Emsdetten, den wir von GameParents.de auf das schärfste verurteilen, wirft seine zu erwartenden Kreise. Der Ruf nach dem Verbot von "Killerspielen" weitet sich in der Politik- und Medienlandschaft aus. Die Stimmen der Befürworter eines solchen Verbotes versuchen dabei die Stimmen derer, die sich mit den wirklichen Problemen von Sebastian B. auseinandersetzen, zu übertönen. Wenn man den lauten, aggressiv argumentierenden Spielegegnern nun, in Bezug auf die Wirkung von Computerspielen, Glauben schenkt, dann müßten sie selbst jede Menge der von Ihnen verdammten "Killerspiele" konsumiert haben. Ich habe stellenweise Angst, diese Leute Nachts auf der Straße zu treffen. Doch ich schweife ab. Wer die Berichte in den renomierten Zeitschriften und den seriösen Internetquellen aufmerksam liest, wird feststellen, das sich dort etwas sehr unangenehmes Zusammenbraut. Auf die Frage, wie ein solches Verbot denn zu kontrollieren sei - zumal es ja einfach und ohne Probleme mögliche wäre, im Falle eines solchen Verbotes, die Spiele ganz einfach über das Internet zu beziehen bzw. sogar illegal herunterzuladen - mehrten sich die Antworten, solche Seiten für Deutschland zu sperren. Letztlich geht es um Zensur, was auch das Verbot der angeprangerten Spiele beschreibt. Was wird als nächstes Verboten? Autoscooter, weil sie die Fahrweise im späteren Leben negativ beeinflussen können? Kinderkarusells, weil sie dazu anmieren könnten, in einem See auf echte Schwäne zu steigen? Unsere persönliche Schutzschicht löst sich langsam auf. Im Zuge der Bedrohung durch Terroristen wurde unsere Privatsphäre immer weiter unterhöhlt. So sind die Hürden gefallen, die uns bisher vor heimlichen Mithörern, zumindest den staatlichen, schützten. Nie hat der Staat Zugriff auf mehr Daten von uns gehabt. Wir liegen digital entkleidet auf den Datenspeichern der Ermittler. Und jetzt soll uns auch noch exakt vorgeschrieben werden, was wir zu spielen, zu gucken und im Internet zu finden haben. Wie soll das weitergehen? Was für Rechte verlieren wir als nächstes? Die überdrehten, lauten Reaktionen der Politiker sind nur zu dem Zweck gut, dass diese von ihren eigenen Versäumnisse ablenken können. Sie brauchen schnell einen Schuldigen, damit niemand auf den Gedanken kommt, nachzufragen, wieso ein junger Mann in Deutschland solch ein Verliererdenken aufbauen konnte! Dass niemand nachfragt, wieso bei den früheren Anzeichen einer seelischen Störung nichts unternommen wurde! Dass niemand nachfragt, welche staatliche Stelle in diesem Fall versagt hat! Dass vor allem niemand fragt: was haben die Eltern unternommen, um ihren Sohn zu helfen! Während ich dies Schreibe, spielen alleine in Deutschland mehrere tausend Spieler Counterstrike. Mehrere tausend!!! Alles potentielle Amokläufer? Ich spiele regelmäßig Counterstrike. Bin ich eine Gefahr für die Gesellschaft? Nein, meine Kinder dürfen kein Counterstrike spielen. Sie sind noch zu jung. Aber ich weiß, das einige Kinder, die im Alter meines Sohnes sind, sich in der Schule damit brüsten, dass sie Spiele haben, die erst ab 18 sind. Es dürfte doch wohl klar sein, wer da jetzt versagt hat, oder? Wo ist die Aufklärung der Eltern? Wäre hier nicht ehr eine Gesetzesänderung angebracht? Ein Hinweis auf der Spielpackung "Freigegeben ab 18 Jahren, Eltern haften für Ihre Kinder!". Bei Baustellen gibt es sowas. Statt dessen wird mit Verboten um sich geworfen und Behauptungen in die Welt gesetzt, die sich im Verlauf der Ermittlungen als unwahr erweisen. Es wird mit unseren Rechten und unserer Freiheit gespielt. Zumindest wissen wir nun, was die ganzen Chinareisen unser Volksvertreter bringen. Es sind Bildungsreisen. Zum Schluß will ich ein wenig in die Zukunft schauen. In eine Zukunft, in der durch Zensur, Kontrollen und sonstigen Verboten keine "Killerspiele" mehr in Deutschland existieren. In dieser Zukunft, läuft ein junger, verwirrter Mann mit Schußwaffen durch eine Schule und richtet ein Blutbad an. Er hat keinen Computer zuhause, keine "Killerspiele". Ist das der Zeitpunkt, wo die wirklichen Probleme erkannt werden? Nun, wenn es erst soweit kommen muß, dann ist das Verbot von Killerspielen vielleicht doch keine so schlecht Idee.
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