| Gastbeitrag zur aktuellen Berichterstattung und den Politikermeinungen |
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| Mittwoch, den 22. November 2006 um 14:03 Uhr | ||||
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Amoklauf in der Geschwister-Scholl Realschule am 20.11.2006 Eine kritische Betrachtung von Thomas Knur! Wieder hat ein unvorstellbarer Vorfall an einer Realschule für Diskussionen über das Verbot von "Killer-Spielen" ausgelöst. Am 20.11.2006 um 09:30 stürmte Bastian B. (18) die Geschwister-Scholl Schule und verletzte 27 Personen zum teil schwer. Bewaffnet mit Sprengsätzen, Rauchgranaten und Handfeuerwaffen betrat er die Schule und schoss auf seine Lehrer und ehemaligen Mitschüler. Nach seinem Amoklauf richtete er sich nach ersten Ermittlungen selbst. Als Antwort auf dieses abscheuliche Verbrechen entbrennt nun wieder die Frage: "Müssen so genannte 'Killer-Spiele' verboten werden?" oder sollte man über die Ursachen solcher Gewalttaten nachdenken. Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach sagte in einem Interview: "Sollte sich tatsächlich herausstellen, dass der 18 Jährige Täter sich über einen längeren Zeitraum und intensiv mit so genannten Killerspielen beschäftigt hat, müsste der Gesetzgeber endlich handeln." (FocusOnline vom 21.11.2006). Auch der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, warnt: "Brutale Computerspiele und Videofilme gaukeln Jugendlichen den schnellen Sieg des Stärkeren vor." Politiker, von denen man sonst in den Medien nichts hört, melden sich zu Wort um Probleme anzusprechen, welche viel tiefere Gründe haben als die Gewalt in Spielen und Kinofilmen. Wir haben ein gesellschaftliches Problem bei dem die Jugend keine Lobby hat. Die Angst vor der Zukunft, die Aussichtslosigkeit eine Ausbildungsstelle oder einen Arbeitsplatz zu finden, treiben Jugendliche und Heranwachsende immer mehr in die Arme von Hass und Gewalt. Die Straße und die Zugehörigkeit in einer Clique werden zum einzigen Halt in der Gesellschaft. Wer nichts hat und nichts zu verlieren hat nimmt es sich einfach. Auch die Ausgrenzung aus der Gesellschaft eines Heranwachsenden wie Bastian B., welcher den Amoklauf in der Geschwister-Scholl Schule geplant und durchgeführt hat, kann nicht nur auf Computerspiele und Gewaltfilme zurückgeführt werden. Dies ist natürlich leicht gesagt aber sind wir doch mal ehrlich: Viele Jugendliche und auch Erwachsene spielen solche Spiele. Schon kleine Kinder werden im „Kinderprogramm“ mit Gewalt und Agression überhäuft. Denkt man an die ganzen Zeichentricksendungen die auf den Kinderkanälen laufen. Hier bekämpfen sich Roboter, Monster und Menschen mit allen Mitteln der Kriegsführung. Hier fragt keiner danach ob diese Sendungen schon in jungen Jahren zu Gewalttaten anregen. Das Schlimme an der Sache ist, dass Eltern durch die sehr kinderfreundliche Sendezeit geblendet werden und von vornherein davon ausgehen, dass diese Sendungen für Ihre Kinder geeignet sind. Würden die Eltern hier schon darauf achten was geschaut wird, wären wir schon einen ganzen Schritt weiter. Das gute Kinderprogramm wie „Die Biene Maja“, „Der kleine Vampir“, „Niels Holgersen“, Pipi Langstrumpf“ oder die „Augsburger Puppenkiste“, um nur einige zu nennen, gibt es nicht mehr. Nur eine sehr geringe Zahl von Jugendlichen ist oder wird gewalttätig durch „Killerspiele“ oder Spielfilme. Kann man also die Schuld bei solchen Spielen suchen? Die Grünen lehnen ein generelles Verbot solcher Spiele jedenfalls ab. "... dann muss jetzt verstärkt eine Debatte um Förderung von Medienkonzepten und einer sinnvollen Computernutzung geführt werden."(Volker Beck in einem Interview nach dem Amoklauf). Ein richtiger Ansatz, der noch auszuweiten wäre mit der Förderung von Jugendlichen und Familien. Wir leben in Deutschland in einem für Familien und Kinder feindlichem Land. Streichung von Fördergeldern für Familien, Schließung von Kindergärten und Jugendstätten, Belastung der Eltern und jungen Arbeitnehmern durch immer höhere Abgaben fördern mehr und mehr den Unmut der Menschen. So ist es nicht verwunderlich, dass Menschen nach Aufmerksamkeit suchen um aus ihrem tristen Alltag zu entfliehen. Computerspiele sind hier eine willkommene Abwechslung. In Deutschland ist der Jugendschutz klar geregelt. Für Filme ist die FSK zuständig und für Computerspiele die USK. Die Alterseinstufungen sind bindend. Doch was nützt das beste Einstufungssystem, mal völlig unabhängig davon, wie zutreffend die Einstufungen sind, wenn Kinder und Jugendliche trotzdem an diese Medien kommen. Wir gehen jetzt erstmal davon aus, dass Händler diese Medien nicht an die Jugendlichen weitergeben. Was bleibt sind unbedarfte Eltern oder Großeltern, die diese Filme oder Spiele kaufen, ohne sich vorher zu informieren. Aber selbst wenn diese Quelle nichts hergibt, so bleibt immer noch die illegale Variante. Egal ob es über Tauschbörsen, Downloadportalen oder einfach per CD/DVD-Rohling geschieht. Wer heutzutage an ein digitales Medium herankommen möchte, schafft dies auch. Auch Eltern spielen hier eine wichtige Rolle. Viele Eltern können oder wollen sich nicht mehr richtig mit ihren Kindern beschäftigen. So achten Eltern oft nicht auf das was ihre Kinder spielen oder im Fernsehen konsumieren. Würde sich diese Tatsache in die Köpfe der Eltern brennen, könnten viele Probleme der Jugendlichen behoben oder zu mindest minimiert werden. Es gibt viele Möglichkeiten dies zu überwachen oder zu regulieren; Passwort oder Jugendschutzprogramme auf dem PC, feste Zeiten zu denen gespielt und Fernseh geschaut werden darf, Gespräche zwischen den Kindern und Eltern über bestimmte Filme oder Spiele. Eltern sollten sich im Voraus über ein Spiel oder einen Film informieren, auch anhand des aufgedruckten FSK/USK Siegels, den sie selbst noch nicht gesehen haben. So können sie selbst entscheiden, ob dieses Produkt für ihre Kinder geeignet ist und ob die Einschätzung der Altersfreigabe auch ihrem Eindruck entspricht. Es gibt sicherlich viele Gründe das Thema Gewalt durch Computerspiele und Filme anzusprechen. Man sollte aber diese Gewalt nicht generell an den Pranger stellen sondern nach Lösungen suchen, die den Kern der Gewalt trifft. Spiele und Filme machen nur einen kleinen Teil an der Gewaltbereitschaft der Judend aus. Das ist es auch was unsere Politik erkennen muss! Gewalt spielt leider eine Große Rolle unter den Jugendlichen. Hierbei ist jedoch nur der kleinste Teil auf die Gewalt in Spielen und Filmen zurückzuführen. (Gastbeiträge werden so veröffentlicht, wie sie eingereicht werden und spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder)
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