Stellungnahme des Deutschen eSport-Bundes zu den Vorfällen in Emsdetten PDF Drucken E-Mail
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Mittwoch, den 22. November 2006 um 10:07 Uhr

Gestern Abend erreichte uns eine Pressemitteilung des Deutschen eSport-Bundes (ESB) zu dem Amoklauf in Emsdetten, den wir an dieser Stelle weitestgehend unkommentiert veröffentlichen wollen. Vielen Dank an Frank Sliwka für die freundliche Einsendung.

Nur soviel vorweg: Auch wir unterstützen die Forderung nach einer sachlicheren und konstruktiven Diskussion und sprechen uns gegen jeglichen Verbotsforderungen von Computerspielen aus, wie sie momentan leider wieder aufkommen. Näheres dazu können Sie ebenfalls unserer eigenen Pressemitteilung entnehmen:

 Hier nun die ungekürzte Pressemitteilung des ESB:

" Presseerklärung des Deutscher eSport-Bundes e. V. (ESB)gemeinsam mit Electronic Sports League (ESL), Freaks 4U, GIGA, mTw, Netzstatt Gaming League (NGL), readmore und World Cyber Games (WCG)

Eine Million Spieler sind betroffen von den Ereignissen in Emsdetten

Berlin, 21. November 2006 – Die Gemeinschaft der deutschen Computerspieler bedauert das Unglück von Emsdetten zutiefst. "Wir fühlen mit den Verletzten und Leidtragenden der Tragödie", so Frank Sliwka, Geschäftsführer des Deutschen eSport-Bundes e. V. (ESB), "als Sprachrohr der deutschen Spieler möchten wir den Betroffenen unser Mitgefühl für das Erlebte ausdrücken."

Im Zuge der medialen Diskussion ist Counter-Strike zum wiederholten Male in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. "Wir betrachten Spiele nicht als Ursache von Problemen, sondern sind vielmehr davon überzeugt, dass soziale Probleme Einzelner nicht mit dem Nutzen von Computerspielen erklärt werden können", sagt Frank Sliwka. "Überhöhter Medienkonsum – ob vor dem Fernseher oder dem Computer – ist lediglich ein Symptom für soziale Isolation, keinesfalls Auslöser oder Katalysator dafür."

Erziehungsdefizite, Perspektivlosigkeit und fehlende soziale Integration sind das, was einen jungen Menschen im Kern negativ prägt. Die Spieler sind bereit, eine offene, ehrliche und konstruktive Diskussion über den Umgang mit Computerspielen zu führen. Daher fordern gemeinsam mit dem ESB die deutschen eSport-Organisationen World Cyber Games, Freaks4U, GIGA, mTw, Netzstatt Gaming League, Electronic Sports League und readmore die Politik auf, nicht weiter unreflektiert die Computer- und Videospiele sowie die Spieler als Sündenbock für eine verfehlte Sozial-, Familien- und Jugendpolitik heranzuziehen. Auch unterstützen die genannten Vertreter des deutschen eSports die Klärung von Genre- und Wirkungsfragen und bieten an, mit den entsprechenden politischen und wissenschaftlichen Gremien in den Dialog zu treten. Gleichzeitig fordert der ESB endlich politische Rahmenbedingungen zur Erhöhung der Medienkompetenz von Eltern, Pädagogen und Jugendlichen.

Gemeinsam vertreten die Organisationen die Interessen von über einer Million deutscher Computerspieler, die ihr Hobby eSport (elektronischer Sport) gemeinschaftlich betreiben. eSport ist eine Trendsportart, die Menschen auf der ganzen Welt fasziniert und verbindet. In Bulgarien, Südkorea und China wird eSport bereits als Sportart offiziell anerkannt und gefördert."


 

"Über den Deutschen eSport-Bund e. V. (ESB):

Der Deutsche eSport-Bund e. V. (ESB) sieht seine Aufgabe darin, sich mit der Zukunft des freizeit-  und wettkampforientierten eSports in Deutschland zu befassen und feste Strukturen zu schaffen, um  so das weitere Wachstum des eSports zu fördern. In seinem Selbstverständnis sieht sich der ESB als die übergeordnete unabhängige Institution der eSport Community, die sowohl die Spieler und Teams als auch die beteiligten Ligen gleichermaßen vertritt und bildet die Kommunikationsplattform der eSport-Community gegenüber der Öffentlichkeit."

 
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