Left 4 Dead 2 PDF Drucken E-Mail
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Sonntag, den 29. November 2009 um 18:40 Uhr

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Spieltitel: Left 4 Dead 2

Publisher: Electronic Arts/Valve

Entwickler: Valve

Genre: Ego Shooter/Team Shooter

Systeme: PC, XBOX 360

USK: alt

 


Kurzbeschreibung

 

Story:

Die Geschichte von Left 4 Dead 2 ist schnell erzählt: Wie im Vorgänger müssen sich vier immune, bunt zusammengewürfelte Menschen von Schutzraum zu Schutzraum schlagen, durch immer neue Horden von Infizierten.

Wie im Vorgänger erfährt man jedoch auch diesmal zu wenig über die Hintergründe der Seuche, die die meisten Menschen in hirnlose, fleischfressende Zombies verwandelt hat. Lediglich Grafitti und Nachrichten an den Wänden der Schutzräume lassen ahnen, wie es um die Menschheit bestellt ist. Dem Spielspaß tut das keinen Abbruch, jedoch ist es angesichts anderer Spiele von Valve mit deutlich mehr inhaltlicher Tiefe wie Half Life 1 und 2 schade, dass sich der Entwickler hier nichts Besseres einfallen lässt.

Grafik:

Die Grafik ist gegenüber L4D nur unwesentlich verbessert worden. Augenfällig ist, dass sich das Geschehen nun tagsüber abspielt und die düsteren Städte südamerikanischen Kleinstädten und Fabriken gewichen sind. Allerdings hat Valve die neuen Kampagnen deutlich abwechslungsreicher gestaltet, wie man insbesondere in "Hard Rain" sehen kann: Dort hat man es mit einem handfesten Unwetter und miserabler Sicht zu tun, was das Fortkommen deutlich erschwert.

Gewaltdarstellung:

Die deutsche Version von Left 4 Dead 2 verzichtet auf abtrennbare Gliedmaßen und Splattereffekte. Getroffene Infizierte verschwinden Sekundenbruchteile nach ihrem "Ableben" spurlos. Brennende Infizierte verhalten sich auch so... nur ist kein Feuer zu sehen. Leider verliert das Spiel dadurch sehr an Glaubwürdigkeit, denn spätestens, wenn sich der im Sprung befindliche Hunter nach einem Treffer mitten in der Luft in Nichts auflöst, wird der Spieler deutlich daran erinnert, in einer Art Zombiesimulation zu sein, was ja nicht Sinn und Zweck eines packenden Computerspiels ist. Die gefühlte Gefährlichkeit der Gegner leidet doch schon sehr darunter.

Hier wäre eine längere Verweildauer der ausgeschalteten Gegner die bessere Wahl gewesen. Aus Sicht eines erwachsenen Spielers ist die komplette Zensur nicht nachvollziehbar, da ein Zombiespiel naturgemäß mit Splattereffekten und Blut nicht sparen sollte... schließlich gehört das zu diesem Genre unabdingbar dazu. Leider wird hier immer noch ein nicht begründbarer Unterschied zwischen Zombiefilmen und Zombiespielen gemacht.

Selbstverständlich ist auch die deutsche Version nichts für Jugendliche, so dass die USK-Einstufung Ab 18 zu Recht erfolgt ist. Eine Zensur hätte es jedoch unserem Dafürhalten nicht gebraucht.

Fazit:

Keine Revolution, aber eine Evolution stellt Left 4 Dead 2 dar. Neue Bossgegner, besondere Infizierte, Nahkampfwaffen und effektreichere Kampagnen sorgen für viel Abwechslung. Der Versusmodus kann nun von Anfang in allen Kampagnen gespielt werden und neue Modi wie der Scavenger-Modus, in dem man innerhalb der Kampagnenkapitel Maschinen betanken muss, während die Infizierten das zu verhindern suchen, machen Laune.

Auch wenn es für L4D inzwischen ausgezeichnete Kampagnen zum Herunterladen gibt, stellt L4D 2 doch ein eigenständiges Spiel dar, das immer auf's Neue fesselt und deshalb auch für L4D-Besitzer einen Blick wert sein könnte.

Detailbeschreibung und persönliche Meinung



Was ist bekannt aus L4D?

Die gemeinen Infizierten werden von speziellen Mutationen verstärkt wie dem bekannten Boomer, dessen Auswurf weitere Horden anzieht, dem Hunter, der seine Opfer anspringt und am Boden hält, dem Smoker, dessen lange Zunge unglückliche Überlebende aus der schützenden Nähe ihrer Kumpane zieht und der übermächtige Tank, den die Überlebenden nur gemeinsam besiegen können. Auch die gefährliche Witch ist wieder mit von der Partie, diesmal auch in einer Variante, die ziellos durch die Gegend wandert. Den Boomer gibt es nun auch in weiblicher Form, jedoch um nichts ungefährlicher.

Und was ist neu? 

Neu hinzugekommen sind der Charger, der mit Rammgeschwindigkeit in die Überlebenden rast, sich einen greift und so lange zu Boden schlägt, bis er von den anderen Menschen überwältigt wird. Desweiteren sorgt die Spitter mit ihrer ätzenden Spucke dafür, dass sich die Immunen nicht wie noch in L4D einigeln können, um den Sturm auszureiten. Der dritte Neuling ist der Jockey, der einem Immunen auf den Rücken springt und ihn aus der Reichweite seiner Verbündeten lenkt, vorzugsweise in ätzende Spucke, Feuer oder die Arme eines befreundeten Tanks.

Insgesamt sind die neuen Boss-Infizierten eine gute Ergänzung, um bewährte Taktiken aus dem Vorgänger auszuhebeln. Zusammen mit einer deutlich höheren Infiziertendichte kommt der Spieler im neuen Teil kaum zur Ruhe.

In jeder Kampagne gibt es zudem ungewöhnliche Infizierte, die für neuen Zündstoff sorgen. So etwa der Bauarbeiter mit Gehörschutz, der auf das Piepen der Rohrbomben nicht hereinfällt, oder der Infizierte im Schutzanzug, dem Feuer nichts anhaben kann. Eine Spezialität ist der Clown im Vergnügungspark, dessen Quitschenase weitere Infizierte anlockt, bis er schließlich eine ganze Horde anführt. Ein harter Brocken ist auch der Polizist einer Spezialeinheit, der durch seine kugelsichere Weste und den Helm weit mehr Treffer verträgt als ein gewöhnlicher Infizierter.

Die Auswahl an Waffen ist nun deutlich größer und mit dem Hinzukommen von Nahkampfwaffen wie E-Gitarre, Feuerwehraxt, Baseballschläger, Katana und Kettensäge (mit begrenztem Sprit) ergeben sich gerade beim Bekämpfen größerer Horden neue taktische Möglichkeiten. Nahkampfwaffen ersetzen die sonst übliche Pistole, so dass der Spieler sich überlegen muss, ob er Pistolen mit unendlich Munition oder sehr wirksame Nahkampwaffen mitnehmen möchte.

Sehr ärgerlich ist die Zensur der deutschen Version, die bei einer USK-Freigabe Ab 18 überflüssig ist - wie bei so vielen Spielen für Erwachsene - und dem Spiel viel an Glaubwürdigkeit nimmt. Darüber helfen auch die aus Counter Strike bekannten Waffen nicht hinweg, die Spieler der deutschen Version zusätzlich erhalten. Schließlich stehen diese auch ausländischen Spielern zur Verfügung, wenn ein Deutscher das Onlinespiel leitet.

Fazit: Nichts für Kinder und Jugendliche, aber ein großer kooperativer Spaß für Erwachsene, die dem Genre Zombiehorror aufgeschlossen gegenüber stehen.

 

 
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