Call of Duty 4 - Modern Warfare PDF Drucken E-Mail
Benutzerbewertung: / 1
SchwachPerfekt 
  
Sonntag, den 15. Juni 2008 um 18:38 Uhr
 

Review ab 18

Spieltitel: Call of Duty 4 – Modern Warfare

Publisher: Activision

Entwickler: Infinity Ward

Genre: Kriegs-Shooter

Systeme: PC

USK: keine Jugendfreigabe

 

Kurzbeschreibung

Story:

Der vierte Teil der Call of Duty-Reihe befasst sich mit dem Kampf der Guten (=USA und Großbritannien) gegen die Bösen (Diktatoren und internationaler Terrorismus) und inszeniert diesen Kampf auf einem dramaturgisch sehr hohen Niveau. Die Geschichte rankt sich um je eine amerikanische und britische Einheit, von denen die eine einen Bürgerkrieg in Russland eindämmen soll und die zweite einen Diktator aus dem Nahen Osten und seinen russischen Waffenlieferanten bekämpft. Während die erste Situation unter der Federführung der russischen Regierung stattfindet, erinnert die zweite im Nahen Osten sehr an die Situation im Irak vor dem Angriff der USA. Im Gegensatz zur reellen Situation im Irak besitzt der virtuelle Diktator jedoch tatsächlich Massenvernichtungswaffen, die auch im Spiel zum Einsatz kommen.

Grafik:

Die Grafik ist auf dem aktuellen Stand der Technik und setzt alle Effekte wie Bewegungsunschärfe dort ein, wo es sinnvoll ist. Übertriebene Gewaltdarstellung in Form von Splatterszenen oder Bluteffekten gibt es nicht. Verstümmelungen sind in der in Deutschland erhältlichen Version nicht vorhanden.

Fazit:

Call of Duty 4 – Modern Warfare wurde von der USK zu Recht ohne Jugendfreigabe bewertet, denn aufgrund des Themas und der sehr eindringlichen, filmreifen Inszenierung gehört das Spiel nicht in Kinderhände. Desweiteren transportiert das Spiel in einigen Abschnitten sehr fragwürdige Moral- und Ethikansichten, bei denen man sich unwillkürlich fragen muss, ob der Hurra-Patriotismus ernst gemeint ist oder im Stile eines Antikriegsfilms überzeichnet wirken soll. Mehr dazu in der Detailbeschreibung.

Detailbeschreibung und persönliche Meinung

Bei Call of Duty 4 – Modern Warfare schlagen zwei Herzen in meiner Brust:

Auf der einen Seite ist das Spiel unglaublich professionell inszeniert und hält jedem Vergleich mit guten Filmen stand. Optisch und tonmäßig gibt es nichts auszusetzen, technisch ist es sauber umgesetzt. Das Thema ist aktuell, denn auch wenn viel unnötige Angst geschürt wird durch immer neue Terrorwarnungen, ist der internationale Terrorismus natürlich trotzdem Teil unserer Epoche. Bürgerkriege sind ebenfalls an der Tagesordnung und es ist oft schwer, eine „richtige“ und eine „falsche“ Seite auszumachen.

Vor diese Wahl wird der Spieler aber nicht gestellt und da kommt eben die zweite Seite dieses Spiels zum Tragen: Die Guten sind per Definition die USA und die Briten, eben jene Nationen, die in den vergangenen Jahren den Irak aufgrund falscher Behauptungen angegriffen haben und auch sonst nicht gerade zimperlich mit anderer Länder Souveränität umgehen. Die Bösen sind russische Rebellen und mutmaßliche Terroristen. So einfach ist die Welt in Call of Duty 4, die Hintergründe spielen dabei keine Rolle.

Und so darf der Spieler als US-Amerikaner oder Brite gegnerische Soldaten in ihren Kojen töten, ein Attentat auf einen russischen Waffenhändler ausführen, der Hinrichtung eines zuvor gefolterten mutmaßlichen Terroristen beiwohnen, aus einem hochfliegenden Flugzeug mit großkalibrigen Kanonen Tod und Verderben auf gegnerische Bodeneinheiten herab regnen lassen und sich insgesamt gebärden, als hätte es die Genfer Konventionen und internationales Recht nie gegeben.

Insbesondere die Abschnitte in dem hoch fliegenden Bomber sind fragwürdig inszeniert, da der Pilot nicht einfach nur Ziele vorgibt, sondern auch noch süffisante bis zynische Kommentare von sich gibt, wenn der Spieler mal wieder einen Trupp feindlicher Soldaten mit der 105mm-Kanone eingeäschert hat. Orginalton: „Ja! Den hast Du erwischt, der steht nicht mehr auf!“, zum Teil gefolgt von schadenfrohem Lachen. Der Krieg als Videospiel.

Letzten Endes sind die USA und Großbritannien nicht viel besser als diejenigen, die sie bekämpfen wollen. Hier wie dort werden Menschen ohne Gerichtsverhandlung einfach hingerichtet. Ob das mit einer taktischen Atomwaffe von statten geht oder durch einen gezielten Kopfschuss, ist dabei eigentlich egal. Menschenverachtend und völkerrechtswidrig sind beide Vorgehensweisen.

Angesichts der Tatsache, dass gerade Kriegsspiele immer realistischer werden wollen, muss ich mich fragen, wie nahe Call of Duty 4 – Modern Warfare an der Realität dran ist. Ich fürchte, nur allzu nahe.

Screenshots

Häuserkampf gegen Terroristen
Häuserkampf gegen Terroristen

Krieg als Videospiel
Krieg als Videospiel

Alle Screenshots: Gamestar 

 
Quick Post
Im Forum diskutieren. (0 posts)

Unterstützen Sie uns!

Unterstützen Sie die Arbeit des Vereins mit einer Spende.
Zahlweise:
Währung:
 EUR
Betrag:
PayPal-Bezahlmethoden-Logo

Newsletter

Login Form