| Denn sie wissen nicht was sie tun! |
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| Dienstag, den 26. Januar 2010 um 12:00 Uhr | ||||
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Der Gesetzgeber hat in der Vergangenheit des öfteren bewiesen, das seine Kompetenz im Bereich der neuen Medien mehr als zu wünschen übrig läßt. So gibt es immer noch Politiker die glauben, in einem Verbot von Computerspielen tatsächlich eine wirksame Maßnahme gefunden zu haben und viele trauern den nicht in Kraft getretenen Internetsperren noch immer nach. Dabei erweisen sich die Befürworter dieser Regulierungen als erstaunlich resistent gegenüber sämtlichen Auf- und Erklärungsversuchen. Trotzig beharren sie auf Ihren Forderungen und Lösungsvorschlägen und fast möchte man meinen, sie schielen neidisch nach China, wo eine Regulierung durch Verbote und Zensur ja so einfach ist. Aber wollen wir so Leben wie in China? Ich für meinen Teil nicht. Allerdings sehe ich mich in der Pflicht, selbst aktiv zu werden um den richtigen Weg im Umgang mit Medien für meine Kinder zu finden. Das mag in manchen Bereichen, wie Computerspiele, einfach sein, da ich selber aktiver Spieler bin. In anderen Bereichen muss auch ich mich über Vorteile, Nachteile und Gefahren informieren, wie z.B. über soziale Netzwerke wie SchülerVz und dergleichen. Es ist für mich und auch meine Frau selbstverständlich das wir uns hier selber bemühen müssen. Natürlich wäre es sehr viel bequemer wenn uns die Arbeit abgenommen würde. Aber zu Lasten von Entscheidungs- und Meinungsfreiheit? Nein, danke! Letztlich ist eigentlich jeder Befürworter von staatlicher Regulierung zu faul um selber aktiv zu werden, zu feige um selber Verantwortung zu übernehmen und zu oberflächlich um zu erkennen, das schnelle Lösungen keinen nachhaltigen Erfolg haben. Natürlich verkauft es sich nach außen gut, das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen. Aber wer ist für das Wohl der Kinder denn verantwortlich? In erster Linie doch die Eltern und danach Institutionen wie Kindergärten und Schulen. Leider ist es in der heutigen Zeit aber so, das Eltern ihre Kinder in die Welt setzen und dann plötzlich vor der Verantwortung kapitulieren. Da wird festgestellt, das Kindererziehung mit Arbeit verbunden ist. Schnell sind dann Medien wie Fernseher, Spielekonsole und PC als einfacher, kostengünstiger Babysitterersatz gefunden und häufig sogar im Kinderzimmer platziert, damit die Kinder nicht bei den eigenen Sendungen stören. Tür zu, Kind ruhig, fertig! Die so im Umgang mit Medien alleine gelassenen Kinder werden dann häufig verhaltensauffällig. Es sind dann diese Kinder, die als Beispiel der Medienverwarlosung gerne von den Freunden der staatlichen Regulierung hervorgezerrt und präsentiert werden um zu zeigen, wie wichtig es ist das hier der Staat endlich handelt. Medienerziehung und Jugendmedienschutz ist und darf nicht nur eine Aufgabe einzelner Institutionen sein. Es ist eine Gesamtgesellschaftliche Aufgabe und es sind alle gefordert hier etwas zu tun. Zu allererst muss die Diskussion in eine andere Richtung gelenkt werden. Es müssen die Verantwortlichkeiten deutlicher abgegrenzt und aufgezeigt werden. Es kann nicht sein, das Eltern sich vollständig aus der Medienerziehung zurückziehen und meinen, sie seien für diesen Job nicht zuständig. Wer sonst wenn nicht die Eltern? Auch Schulen und Kindergärten müssen hier viel deutlicher und nachhaltiger auf die Eltern einwirken. Regelmäßige Veranstaltungen mit Schwerpunkten dem Alter der Kinder entsprechend müssen einfach Pflicht sein. Und wenn es schon Änderungen an den rechtlichen Grundlagen im Jugendschutz geben muss, dann gehört eine Elternverantwortung dort auf jeden Fall rein. Es kann nicht sein, das andere sich den Kopf der Eltern zerbrechen müssen und wieder andere, einschließlich privater Homepagebetreiber, sich Gedanken über eine Alterseinstufung ihrer Internetseite machen müssen. Klar, wer allzu leichgläubig Inhalte veröffentlicht die nicht konform zu irgendwelchen Gesetzen sind, der muss auch mit Konsequenzen rechnen. Viele, die blauäugig, urheberrechtlich geschütztes Material auf ihren Seiten verwendet haben, durften das schon am eigenen Leib erfahren. Auch wer jugendgefährdende Inhalte im Internet platziert, soll und muss darauf hingewiesen werden. Doch ein Pauschalverurteilung, oder strenge Auflagen schrecken eigentlich nur ab und sorgen dafür, das die vielschichtige, spannende und unterhaltsame Weblandschaft verschwinden wird, weil private Betreiber sich vor Konsequenzen fürchten. Bei kommerziellen Webseitenbetreiber sieht dies schon anders aus. Sie wollen mit ihrem Webauftritt Geld verdienen und haben somit ganz andere Möglichkeiten und vor allem ganz andere Pflichten bei ihrem Internetauftritt. Es gibt nunmal nicht die Lösung für die Probleme und Aufgaben im Jugendmedienschutz. Trotzdem ist es endlich mal an der Zeit, das die Branchenverbände sich aus ihrer Deckung wagen. Die Taktik, alles auszusitzen funktioniert nunmal nur bedingt. Es muss auch aus den Reihen Bitcom und Eco endlich mal ein vernünftiger Vorstoß kommen mit eigenen Lösungsvorschlägen. Abwarten bis das der Gesetzgeber mit neuen Regeln kommt und auf diese dann schmollend und beleidigt zu reagieren ist nicht hilfreich wenn es um das Finden von Lösungen geht. Das gleiche gilt für Organisationen wie den AK Zensur. Der Einsatz ist lobenswert, wenn vernünftige Vorschläge kommen würden. Aber einfach nur zu protestieren bringt uns nicht voran. Das Ganze muss natürlich global betrachtet werden. Nationale Insellösungen können und werden nicht funktionieren, es sei denn, Deutschland kapselt sich vom Rest der Welt ab. Doch dann wäre es kein Internet mehr, sondern ein nationales Intranet und das wollen vermutlich die Wenigsten. Aus diesem Grund ist es nunmal wichtig, dass endlich mal von allen Beteiligten an Lösungen gearbeitet wird, statt sich gegenseitig mit Vorwürfen zu bombardieren. Quellen: Heise online - Lob und Tadel für die Pläne zum Jugendmedienschutz Heise online - 1&1 sieht freie Kommunikation in Gefahr Stellungnahme VZBV (PDF) Widerspruch der FSM (PDF) Zusammenfassung des Entwurfs zur Änderung des JMStV auf GameStar.de
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