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Montag, den 06. April 2009 um 09:33 Uhr
altIn seinem Telepolis Artikel greift Autor Rudolf Strumberger die Initiative Eltern-LAN an und kritisiert zum einen das Engagement der Bundeszentrale für politische Bildung und deren Kooperation mit Turtle Entertainment, als auch den eSport an sich.

Nun, er mag mit seiner Meinung in einigen Punkten sicherlich Recht haben, doch ganz so, wie er versucht das darzustellen, ist es nicht.

So ist es natürlich immer einfach, nach der Regulierungsmacht des Staates zu rufen, z.B. in Form von Verboten und Vorschriften. Er soll etwas in Richtung Elternaufklärung unternehmen. Die Spieleindustrie und alle, die durch oder für die Spiele leben, sowieso.

Diese Hilfe wird nun an verschiedenen Stellen eingefordert. Sei es durch das Institut Spielraum der FH Köln, die Gelder von Nintendo und Electronic Arts bekommen, die BpB die bei der Initiative Eltern-LAN mit Turtle Entertainment kooperieren, oder auch andere Vereine und Organisationen. Auch wir von GameParents.de e.V. lassen uns helfen. Warum also dann keine Hilfe annehmen, wenn sie angeboten wird.

Natürlich ist die Spieleindustrie daran interessiert, das Image von Computerspielen in Deutschland zu verbessern. Daran ist nichts Verwerfliches. Wäre es das, dann müßte man Volkswagen auch vorwerfen, wenn diese Umweltprojekte fördern. Im Gegenteil, es müßte eigentlich noch viel mehr Kooperationen in dieser Art geben.

Doch das ist mal wieder typisch für Deutschland: Diejenigen die sich einsetzen und etwas zu bewegen versuchen, müssen sich Vorwürfe gefallen lassen, wenn es Kooperationen mit den "falschen" Partnern gibt. Dabei wäre es doch einfach mal ein guter Anfang, das Engagement zu loben und sich das Ergebnis anzuschauen. Und erst wenn einem etwas daran missfällt, darauf hinzuweisen.

Ein Zeichen dafür, dass der Autor sehr schlecht recherchiert hat, ist zudem die Tatsache, dass die Eltern-LAN nicht nur von der BpP und Turtle organisiert wird, sondern darüber hinaus auch das Institut Spielraum der FH Köln und der Verein Computerprojekt Köln e.V. mit im Boot sind. Und was macht Turtle? Turtle stellt das zur Verfügung, was Geld kostet, nämlich die Räumlichkeiten und die Technik. Jetzt ist es nun in einem Fall so, dass die Räumlichkeiten für eine Eltern-LAN nicht ausreichten. Das ist schade für die Informationsveranstaltung, aber nun mal nicht zu ändern. Daraus aber eine Abhängigkeit herzuleiten, der die ganze Initiative in Frage stellt, ist einfach nur unverschämt und dumm.

Um das Ganze noch mehr in die Lächerlichkeit zu ziehen, reißt der Autor zudem noch die üblichen Witze über den eSport. Stellt die Art des Wettkampfes in Frage und bemüht die fehlende Anerkennung als Sportart durch den Deutschen Sportbund. Begründung:

So erkennt der Deutsche Sportbund den e-Sport nicht an, weil die "eigenmotorische Leistung" fehle. Eine sportwissenschaftliche Untersuchung ergab, dass bei Computerspielen die körperliche Belastung ähnlich ist, wie wenn man gemütlich auf einem Sofa sitzt.

Nun, das sagt der Verband in dem Schach als Sportart sehr wohl anerkannt ist. Jetzt fragt man sich natürlich, wo ist bei Schach mehr eigenmotorische Leistung? Der kleine, aber feine Unterschied zwischen Schach und eSport liegt alleine darin, das Schach entsprechende Vertreter bei der Gründung des deutschen Sportbundes hatte und somit als "Gründungssportart" seinen Weg in die Anerkennung gefunden hat. Somit darf der deutsche Sportbund eigentlich aus Gleichstellungsgesichtspunkten den eSport nicht außen vor lassen und erst recht nicht mit der oben genannten Begründung.

Was der Autor jetzt mit seinem Artikel erreichen möchte, läßt sich nur spekulativ erahnen. Das Problem dabei ist, dass Lesern, die nicht so bewandert sind in der Materie, durchaus ein wohlwollendes Nicken für das Geschriebene finden werden. Doch wenn man die Hintergründe kennt und zudem, so wie wir, mit den Problemen zu kämpfen hat, die eine solche einseitige Berichterstattung aufwirft, dann frustriert das zusätzlich.

Wir raten allen Eltern, sich selber ein Bild zu machen. Egal ob dies nun auf einer Eltern-LAN der BpB oder vom Verein GameParents.de e.V. ist. Sie werden feststellen, dass dort niemand ist, der Sie zum Hobby Computerspiele bekehren möchte. Es geht primär darum, dass Sie als Eltern in die Lage versetzt werden, sich ein eigenes Bild über das Medium Computerspiel zu machen.

Zum Schutz der Kinder.

Quelle: Artikel auf Telepolis


 
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