| Schnellschusspolitik: Hirn ist aus |
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| Montag, den 16. März 2009 um 15:21 Uhr | ||||
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Nun, die perfekte Lösung für Politiker sieht so aus, dass sich alles ganz, ganz toll anhört, nicht weiter hinterfragt werden kann und das Ganze auch noch so gut wie nichts kosten darf. Aus dem Grund wühlt man eifrig in der "Kiste für schnelle Lösungen" und findet alles was man braucht unter dem Staub, der sich seit der letzten Benutzung dort angesammelt hat. Nun, was man dort hervorkramt, "Verbot von Killerspielen" und auch "Schärferes Waffengesetz" kommt immer gut, aber es fehlt noch etwas neues. Also fragt man ganz fixe beim KFN in Niedersachsen nach und tatsächlich kann man dort, Dank einer neuen Studie, noch das "Verbot von suchtfördernden Computerspielen" mit in die Liste aufnehmen. So kann man verhindern, dass die bisherigen Punkte so abgenutzt klingen. Doch die "klugen" Köpfe unserer Politiker übersehen im Eifer des Gefechtes gerne mal die ein oder andere, für sie vermutlich nicht relevante, "Kleinigkeit". So ist zwar von Tim K., dem Amokläufer von Winnenden, bisher nur bekannt, dass er sehr intensiv den Teamshooter "Counter-Strike" gespielt haben soll und auch den Ego-Shooter "FarCry 2", aber was sonst noch für Computerspiele bei ihm gefunden wurden, ist nicht weiter veröffentlicht worden. Anders bei dem verhinderten Amoklauf bzw. geplanten Bombenanschlag auf das Reichenbach Gymnasium in Ennepetal. Dort stellte die Polizei u.a. das Spiel "Manhunt 2" sicher und präsentierte es der Presse. Dieses Spiel ist aber in Deutschland indiziert und steht auf dem Index B. Dies bedeutet, dass die BPjM der Ansicht ist, dass hier ein Straftatbestand nach §131 StGB vorliegen könnte. Solche Medien unterliegen dem Verbreitungsverbot. Man kann nun also an diesem Fall klar erkennen dass hier ein bestehendes Verbot wirkungslos verpufft. Und trotzdem wird weiterhin von Politikern und anderen gefordert, dass wir ein erweitertes Verbot benötigen? Das erstaunliche bei diesen Schreien nach Verboten ist, sobald man anfängt nachzufragen, dass dann die Antworten sehr spärlich werden, oder gar ganz ausbleiben. So gibt es immer noch keine, wirklich klare Definition was sich hinter dem Lieblingswort einiger Politiker, nämliche "Killerspiele", wirklich verbirgt. Da kommen dann Begriffe wie "Gewaltbeherschend...." oder ähnliches, was aber auch nicht wirklich eine verständlichere Antwort ist. Bei der nächsten Frage kommen sie dann aber so richtig ins Stottern, nämlich wenn es darum geht, wie so ein Verbot durchgesetzt werden soll. Der Fall in Ennepetal zeigt ja deutlich, dass es wohl kein Problem für einen 17-jährigen war, ein bereits verbotenes Spiel zu bekommen. Wie er es bekommen hat, ist leider nicht berichtet worden, aber mir fallen alleine mehrere Möglichkeiten ein, ohne von krimineller Energie durchdrungen zu sein, wie ich als Minderjähriger ohne Probleme an ein solches Medium kommen könnte. Im Fall Ennepetal wurden zudem noch weitere Details bekannt, bei denen ich mir, als normal denkender Mensch, an den Kopf fasse und frage, wie ist sowas nur möglich. Da sind zum einen die Eltern, die von dem ganzen Treiben nichts mitbekommen haben wollen. Da sind die Behörden, die darüber informiert waren, dass es sich bei dem Schüler um einen psychisch sehr labilen Menschen handelt und da war die Schule, die ihn nur unter bestimmten Bedingungen aufgenommen hat, aber nicht für die Einhaltung dieser Bedingungen gesorgt hat. Ein Lösung wäre toll. Ja liebe Politiker, das gebe ich umunwunden zu. Aber es ist nach dem Amoklauf in Winnenden sehr häufig schon gesagt worden, dass es keine Sicherheitsgarantie gibt. Das muss man einfach akzeptieren. Dass man aus solchen Fällen lernen muss, ist auch klar. Aber dann bitte auch einfach mal zu Lösungen greifen, die nicht nur heiße Luft sind, wie es die Verbotsforderungen nunmal sind. Dann müssen Lösungen her, die recht unspektakulär sind. Wie z.B. Aufstockung von Schulpsychologen und Lehrern. Die Eltern stärker in die Pflicht nehmen, auch wenn das bedeutet, dass man entsprechende Möglichkeiten schaffen muss, damit Eltern die Dinge die sie brauchen, erlernen. Doch solange Eltern vorgegaukelt wird, dass mit einem Verbot hier und einer Sanktion dort, die Welt wieder im Griff ist, solange werden Eltern sich nicht bewegen und ihre Pflichten in der Erziehung der Kinder wahrnehmen. Im Gegenteil, sie werden sich zurücklehnen und sich weiterhin nicht darum kümmern, was ihre Kinder für Medien konsumieren. Der Staat hat ja alles Schädliche verboten, und somit müssen sie sich keine Sorgen machen. Eltern müssen in die Verantwortung genommen werden. Der Staat muss sich endlich ernsthaft um Verbesserungen bemühen und gleichzeitig dafür sorgen, dass Eltern fit genug sind um ihre Rolle auszufüllen. Die Zeit der Wischiwaschilösungen ist jetzt langsam mal vorbei. Es wird Zeit, wirklich nachzudenken. Quellen: Über den vereitelten Bombenanschlag im Reichenbach Gymnasium Ennepetal Zum Verbot von suchtgefährdenden Spielen Zur Verschärfung des Waffengesetzes Zum Verbot von Computerspielen CSU Forderung zum "Killerspielverbot"
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