| Das Phänomen GTA IV - Werden Spiele gesellschaftsfähig? |
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| Dienstag, den 17. Juni 2008 um 17:53 Uhr | ||||
Es ist schon ein erstaunlicher Wandel. Wurde vor wenigen Monaten noch über gewalttätige Computerspiele geschimpft, ein Verbot gefordert und selbst in öffentlich rechtlichen Fernsehsendungen versucht, dagegen populistisch zu hetzen, scheint seit dem Computerspiel GTA IV alles anders zu sein.GTA IV ist der neueste Teil der Spieleserie GTA (Grand Theft Auto=Autodiebstahl) des amerikanischen Entwicklers Rockstar Games und wird von Take2 Interaktive seit dem 29. April 2008 weltweit für die System Playstation 3 und XBox360 verkauft. Die Veröffentlichung des Spiels wurde von einer gewaltigen Marketingaktion eingeleitet. In vielen Städten weltweit wurden Häuserfassaden mit riesigen Werbeplakaten versehen, der Werbeaufwand in anderen Medien, wie Zeitungen und Fernsehn war einzigartig für ein Computerspiel. Und anscheinend ist das Konzept aufgegangen. Sechs Millionen Exemplare wurden bereits in der ersten Woche weltweit verkauft. Damit war dies der erfolgreichste Verkaufstart eines Computerspieles überhaupt und überflügelte mit diesem Start sogar Kinoblockbuster. Im Sog dieses Spiels, konnten sogar Microsoft und Sony steigende Verkaufszahlen ihrer Konsolen vermelden. Wir werden an dieser Stelle nicht auf das eigentliche Spiel eingehen, sondern nur ein paar Merkmale hervorheben. Wer diesbzgl. Informationen sucht, wird hier sehr gut bei Wikipedia informiert. Die GTA Serie hat schon immer für Diskussionsstoff gesorgt und hat durch ihr Gameplay eine riesige Fangemeinde um sich geschart. So dienten die Vorgänger in Deutschland zum Teil als Beweismittel für den Grad der Gewalt in Computerspielen, während in Amerika die sogenannte "Hot Cofe Mod", in der Sex angedeutet wurde, für einen Aufschrei sorgte. Die Fans lieben seit jeher die Freiheiten, die GTA ihnen läßt. So kann man der Hauptgeschichte folgen, oder man läßt es und kümmert sich um andere Dinge. Vornehmlich das Herumfahren in einer riesigen, virtuellen Stadt, in der das Leben zu pulsieren scheint. So war es nicht verwunderlich, das der aktuelle Teil dieser Serie von der ersten Ankündigung an sehr genau von den Fans beobachtet wurde. Sehr früh wurde klar, dass hier der beste Teil heran reifte, zumal die technischen Hürden der alten Konsolengeneration abgeschüttelt wurden und sich GTA nun deutlich schmutziger, realistischer und erwachsener präsentiert. Die vor dem Erscheinen veröffentlichten Bilder und Inhaltsinformationen sorgten für ein nervöses Füßescharren der Fangemeinde. Dieser ständig steigende Hype wurde durch Computerspielemagazine noch weiter verstärkt. Als dann die Marketingmaschinerie vor dem Erscheinungstag anlief und die ersten Exklusivtests erschienen, wurde die Warterei für die Fans zur regelrechten Qual. Diese war so groß, das Geschäfte Mitternachtsverkäufe für den Verkaufstart anboten und sich lange Schlangen vor diesen Geschäften bildeten. Um zur Eingangsfrage zurückzukommen.... Nein. Computerspiele sind durch GTA IV noch nicht gesellschaftsfähig geworden. Noch nicht. Zwar wurde die Aufmerksamkeit der Spieler, die sich auf dieses Spiel stürzten, wie ein Verdurstender auf Wasser, mit Erstaunen registriert und zogen eine, für deutsche Verhältnisse, sehr sachliche Auseinandersetzung in den Medien nach sich, doch häufig war der schmunzelnde Unterton nicht zu verbergen. Aber GTA IV hat dafür gesorgt, dass sich die Betrachtung der Computerspiele ändert. Waren vorher die Vorstellungen des typischen Computerspielers durch das Bild des zurückgezogenen, übergewichtigen, pickeligen Jungen geprägt, so haben die Warteschlangen vor MediaMarkt und Co. plötzlich die wahren Gesichter gezeigt. Gesichter von völlig normalen, jungen Menschen, die einfach nur auf der Suche nach der besonderen Art der Unterhaltung sind. Doch auch die älteren Semester waren vertreten und es zeigt sich deutlich, das Computerspiele längst in der Gesellschaft angekommen sind. Nur hatten einige dies noch nicht mitbekommen. GTA IV wird sicherlich wieder Diskussionen zum Thema Gewalt in Spielen nach sich ziehen. Vermutlich werden wieder einige Stimmen laut, die nach einem Verbot der sog. "Killerspiele" schreien. Doch gibt es Hoffnung, das diese Stimmen deutlich leiser werden und in absehbarer Zeit überhaupt nicht mehr wargenommen werden. Dann kann man sich nämlich auf die wichtigen Dinge konzentrieren. Dafür zu sorgen, das Jugendmedienschutz dort wirkt, wo er wirken soll. Bei unseren Kindern.
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