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Wie aus verschiedenen Quellen (u.a. Heise Online) zu erfahren ist, hat eine Umfrage von Forsa ergeben, dass der größte Teil der Bundesbürger für ein Verbot von sog. "Killerspielen" ist. Dieses Ergebnis ist erschreckend.
Es zeigt zum einen, das die Bundesbürger viel zu leicht von unqualifizierten Berichten in den Medien, sowie der lautstarken Polemik einiger Politiker manipuliert werden können.
Zum anderen zeigt dieses Ergebnis aber auch, dass die Bundesbürger sich lieber ihr Leben vorschreiben lassen, als dass sie sich selbst in die Verantwortung nehmen, um bestehende Gesetze und Regeln vernünftig anzuwenden. Zudem behaupte ich, dass ein Großteil der Befragten, die sich für ein solches Verbot ausgesprochen haben, noch nie in ihrem Leben ein Computerspiel gesehen haben, abgesehen von speziellen Szenen in irgendwelchen Medienberichten, geschweige denn mal eines gespielt haben (Solitär zählt nicht). Was wird dann als nächstes verboten? Taubenkot auf Autodächern? (Weil das die Umwelt schädigt) Autoscooter fahren ohne Führerschein? (Weil das aggressive Autofahrer heranzüchtet) Einkaufen mit Bargeld? (Weil das zum Taschendiebstahl animieren könnte) Sie meinen ich übertreibe? Sie haben Recht. Denn für mich, wie auch für viele andere, ist ein Verbot solcher Spiele keine Lösung und ein genauso unsinnger Vorschlag wie die drei, die ich oben aufgeführt habe. Im Gegenteil, es sorgt für zusätzliche Probleme. Ich möchte auch gerne erläutern warum: 1. Definition Es gibt überhaupt noch keine Definition was "Killerspiele" überhaupt sind. Ab wann gilt ein Computerspiel als "Killerspiel"? Abhängig von dieser Definition, muß dann auch über deren Anwendung für andere Medien nachgedacht werden. Dies kann bedeuten, das bestimmte Filme im Fernsehn dann überhaupt nicht mehr gezeigt werden dürfen. Also kein "Tatort" mehr am Sonntagabend um 20:15 Uhr. 2. Kontrolle Computerspiele sind digitale Medien, die schon jetzt legal oder illegal über das Internet verbreitet werden. Es ist für niemanden ein großes Problem ein Computerspiel, welches in Deutschland verboten ist, zu bekommen. Es gibt eine Reihe von Onlinehändlern, die sogar Versandkostenfrei nach Deutschland liefern. Zudem sorgen die offenen Grenzen in der EU dafür, dass man sich ein solches Spiel auch in einem der Nachbarländer kaufen kann. Ist so ein Spiel einmal in Deutschland angekommen, wird sich sicherlich der ein oder andere finden, der dieses als illegale Kopie anderen zur Verfügung stellt. Somit verbreitet sich das Spiel völlig unkontrolliert über die Schulhöfe oder auf anderen Wegen. Und da Verbotenes schon immer seinen speziellen Reiz hatte, dürfte sich so ein Spiel sogar noch stärker verbreiten, als würde es offiziell mit einer bestimmten Alterskennzeichnung im Laden stehen. Somit würde ein solches Verbot die Verbreitung von illegalen Kopien enorm verstärken. Aber die Verbreitung der Spiele eindzuämmen gelänge nicht.. 3. Aufklärungsdefizit Durch ein solches Verbot zieht sich der Staat aus der Verantwortung, Aufklärungsarbeit im Bereich der neuen Medien leisten zu müssen. Durch die fehlende Aufklärung sind Eltern dann noch weniger als jetzt in der Lage, festzustellen, was ihr Kind spielt und um was es in diesem Spiel geht. Denn Informationen zu einem Spiel, welches in Deutschland verboten ist, wird es nur auf ausländischen Webseiten geben und dies setzt dann i.d.R. gute Englischkenntnisse voraus. Fehlende Informationen werden zudem nicht als Warnsignal verstanden. "Ich find nix, also wird es schon nix schlimmes sein...." dürfte dann der Hauptleitsatz von vielen Eltern werden. 4. Keine Lösung der wirklichen Probleme Es wird trotz eines solchen Verbotes weiter zu solchen Taten wie in Erfurt oder Emsdetten kommen. Denn die Probleme der Täter hatten andere Gründe. Durch die Computerspiele ist vielleicht die Hemmschwelle zur Tat abgesenkt worden, aber als alleiniges Schuldmittel, da sind sich viele Experten einig, können und dürfen sie nicht herhalten. Jeder der etwas anderes behauptet lügt oder hat keine Ahnung. Doch durch das Verbot wird allgemein suggeriert, dass nun das Problem erkannt und beseitigt wurde und alle wieder ruhig schlafen können. Doch dies ist falsch. Wenn jetzt nicht darauf gedrängt wird, die wirklichen Probleme anzugehen dann ist es nur eine Frage der Zeit, wann an einer Schule wieder Blut fließt. Die Frage die sich schon jetzt stellt ist, wer ist dann der Schuldige, wenn es keine "Killerspiele" mehr gibt? Das sind nur einige Erläuterung und sicherlich haben Sie diese in den letzten Wochen und Monaten schon mehrfach gehört. Aber das Wiederholen dieser Punkte heißt ja nicht, dass sie sich abgreifen und somit falsch sind. Vielmehr sollten Sie sich einfach mal die Mühe machen und sich damit auseinandersetzen. Denn wenn der Staat sich durch Verbote aus seiner Verantwortung schleicht, die wahren Probleme anzugehen und dazu noch durch schlecht informierte Bürger unterstützt wird, dann werden wir vielleicht doch eines Tages über die o.g. Verbote diskutieren, weil irgendwer der Meinung ist, das es seinem Image gut tut.
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