Eine Frage der Dosierung.... PDF Drucken E-Mail
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Montag, den 20. November 2006 um 21:01 Uhr

Eine Flasche Bier macht noch keinen Alkoholiker, ein Joint noch keinen Junkie und eine Tüte Chips alleine nicht fett.

Das sind alles Lebensweisheiten, die jeder kennt, und die meisten befolgen sie. Trotzdem gibt es einige, die nicht wissen wann man aufhören sollte, wann es genug ist.

Genau so verhält es sich mit dem Medienkonsum. Solange alles in einem überschaubaren Rahmen stattfindet, schadet es niemanden. Doch wenn das Leben ausschließlich nur noch aus Fernsehen oder aber Computerspielen besteht, dann ist ein Punkt erreicht, an dem dies gravierende Auswirkungen auf einen Menschen haben kann. 

Wir wollen hier einfach mal den Schwerpunkt auf den Medienkonsum mit dem Computer legen. Denn das ist ja das Hauptthema von GameParents.de. Allerdings nicht nur die Spiele, sondern auch auf virtuelle Communities. 

Viele Eltern parken leider schon ihre Kinder im Kleinkinderalter vor dem Fernseher. Das ist so schön bequem. Die bunten Bildchen lenken so herrlich ab und Mama hat Zeit, sich um andere Dinge zu kümmern. Kaum ist die Kiste aus, schon schreit das Kleine und Mama ist wieder mal nur genervt. Also, schnell wieder Kiste an und Kind ist ruhig.

Dieses Vorgehen, was ja schon früh "hilft", wird dann auch in der Zukunft beibehalten. Je größer und selbständiger die Kinder dann werden, desto mehr wird dieser Medienkosum selber ausgebaut. Wenn das Kind dann größer wird und sich die Sendungen im Fernsehen mit denen der Eltern überschneiden, wird schnell ein eigener Fernseher angeschafft. Man holt sich einen neuen Computer und den alten stellt man dem Sprössling ins Zimmer. Das tolle an dieser Sache ist, man wird jetzt noch weniger durch Junior gestört. Während vorher zumindest die Geräuschkulisse vom Fernseher mit zu ertragen war, so entfällt die bei der Gerät-im-Kinderzimmer-Lösung auch noch.

Tür zu und Ruhe. Mann, das ist schön.

Dabei wird viel zu leicht übersehen, dass Kinder, die mit den Medien aufwachsen, sehr schnell kapieren, wie diese funktionieren und zu bedienen sind. Kaum ist die Tür zu, wird der Fernseher von der Kindersendung auf die Actionserie umgeschaltet. Mit Tastenkombinationen, die den Eltern nicht bekannt sind, weil sie schon Probleme mit der normalen Mausbedienung haben, läßt sich schnell eine Webseite verstecken, die eigentlich noch nichts für das Kind ist. Auf dem gleichen Weg verschwinden in Sekundenbruchteilen Spielszenen eines nicht jugendfreien Shooters von der Monitorfläche.

Sie meinen, das sind Einzelfälle? Nein, sind sie nicht. In vielen vorliegenden Studien und Untersuchungen wurde schon auf die Folgen des übermäßigen Medienkonsums hingewiesen. Dies sind z.B. Verfettungen durch mangelnde Bewegung, nachlassen der Schulleistung, weil nicht mehr gelesen wird, uvm.

Normalerweise versuchen wir bei Gameparents.de persönliche Dinge soweit es möglich ist außen vor zu lassen. Doch in diesem Fall möchte ich Ihnen schildern, wie meine Frau und ich dies mit unseren Kindern geregelt haben. Wir wollen natürlich nicht behaupten, dass das die einzig richtige oder gar nonplusultra Lösung ist. 

Jeder von den beiden bekommt pro Tag 10 min. Fernseh- oder Computerzeit pro Lebensjahr. Maximal gewähren wir 120 Min. D.h. dass unser Großer jetzt bei 110 und unsere Kleine bei 80 Min. steht. Alles was Schule betrifft, geht vor. Dazu gehören auch selbstverständlich Aufgaben im Haushalt bzw. im eigenen Zimmer. Nicht genutzte Zeit verfällt. Zudem sorgen wir dafür, dass unsere Kinder sich oft draußen bewegen und Kontakte mit anderen Kindern pflegen. Im Sommer ist es sogar oft so, dass sie tagelang gar nicht fernsehen oder am Computer sitzen, weil sie einfach nur draußen spielen. 

Ja, unsere Kinder lieben es vor dem Fernseher zu hängen oder am Computer zu spielen. Wir fördern auch den Umgang mit dem Computer und zeigen auf, was sie alles für Möglichkeiten haben. Aber wir beobachten auch die Tätigkeiten genau. Wir kontrollieren was sie schauen und verbieten auch schonmal die ein oder andere Sendung. Auch beim Surfen im Internet oder bei den Spielen schauen wir genauer hin.

Das ist manchmal natürlich stressig, weil nicht immer die Zeit dafür da ist. Aber dafür haben wir ein gutes Gefühl was die Entwicklung unserer Kinder angeht. Sie haben beide vielfältige Interessen. Völlig unterschiedlicher Art. Sie sind in der Lage, sich selber zu beschäftigen, selbst wenn man sie nicht vor Fernsehr oder Computer parkt.

Geschrei, weil der Fernsehr oder der Computer ausgemacht wird, weil die Zeit rum ist, gibt es bei uns nicht. Zudem läßt sich über Anreize von Zusatzzeit, sogar ein Belohnungssystem aufbauen. Dann ist es jedesmal etwas besonderes, wenn sie mit zusätzlichen Sendungen oder Programmen belohnt werden.

Ja, einige der Dinge die ich hier erzählt habe, setzen ein bestimmtes Verständnis für die neuen Medien voraus. Gerade was den Computer betrifft. Natürlich sind bestimmte Dinge für unsere Kinder am Computer nicht möglich, weil sie nur einen eingeschränkten Zugriff haben. Aber sie kannten es von Anfang an so und vermissen deswegen auch nichts. Aber auch im Nachhinein läßt sich einiges verändern, was droht, aus dem Ruder zu laufen.

Alles eine Frage der Erziehung und des Willens der Eltern, wirklich das Beste für Ihre Kinder zu wollen.

 
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