Serious Games - Ernsthafte Spiele PDF Drucken E-Mail
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Montag, den 04. Oktober 2010 um 19:05 Uhr
altSpiele machen Spaß.

Egal, was das für Spiele sind. Mit dem Wort Spiel ist automatisch immer der Spaßfaktor verknüpft. Auch bei Computerspielen wird in der Regel der Spielspaß bewertet.

Wenn nun also ein Spiel mit einem ernsten Thema kommt, dann wird folgendermaßen gewertet:


  Spiel = Spaß
ernstes Thema= kein Spaß

daraus folgt dann automatisch:

kein Spiel = ernstes Thema = kein Spaß = böse und Verabscheuungswürdig
 

Nach dieser Rechnung wurde aktuell das Spiel "1378 km" bedacht.

Der Hintergrund ist hier die Grenze der ehemaligen DDR. Die Spieler treten in zwei Teams an. Team eins als Republikflüchtlinge,Team 2 als Grenztruppen. Die Aufgaben sind klar verteilt, der eigentliche Ablauf dann doch nicht.

Dabei soll dieses Spiel keinen Spaß machen. Es soll helfen zu begreifen. Es ist ein sogenanntes "Serious Game", also ein ernsthaftes Spiel.

Wir leben in einer multimedialen Welt. War es zu meiner Zeit noch etwas Besonderes, im Unterricht einen Film mit Lerninhalten präsentiert zu bekommen, so ist heute die Verbreitung von Wissen mittels Medien völlig normal. Die Art der verwendeten Medien wechselt auch durch die rasende Entwicklung in diesem Bereich.

Unsere Kinder haben die Chance, Pyramiden nicht nur in trockenen Büchern kennenzulernen, nein, sie können diese selber erforschen. Computerprogramme und interaktive Filme helfen dabei, sich durch Gebäude zu bewegen, als wäre man selber dort.

Lernen durch Begreifen erhält mit dieser Interaktionsmöglichkeit eine ganz neue Dimension. Häufig sind es schon "normale" Computerspiele, die Interesse für bestimmte Themen wecken. Wenn in einem Fantasyrollenspiel Fabelwesen auftauchen und der Spieler sie bei Wikipedia nachschlägt, wenn Völker oder Ereignisse in den Spielen auftauchen und hierzu nachgeforscht wird.

Genau hier setzen "Serious Games" an.

Sie nehmen sich gezielt einem bestimmten Thema an und packen es in eine interaktive Umgebung. Bei dem sogenannten "Mauerspiel" ist es die deutsch-deutsche Grenze. Und statt den Spieler nur ballern zu lassen, wird dieses Vorgehen sogar geahndet.

Viel mehr geht es darum, den Kindern und Jugendlichen diese Mauer und ihre Implikationen näher zu bringen. Das geht in einem Museum, das geht über Dokumentationen, aber für unsere Kinder geht es am Besten über Interaktion.

Ja, es ist ein heikles Thema und ja, hier kann eine Menge falsch gemacht werden. Doch wurde etwas falsch gemacht? Das weiß man gar nicht. Denn vor der offiziellen Präsentation wurde bereits losgepoltert was das Zeug hält. Leute ohne Ahnung taten so, als hätten sie welche.

Was wurde dadurch erreicht? Dass genau die Leute, die sich für das Spiel nicht die Bohne interessiert hätten, plötzlich heiß darauf sind, an der Grenze ballern zu dürfen, nur um festzustellen, das es ja eigentlich gar kein Ballerspiel ist.

Die ewig Gestrigen, die ohne irgendwas von den Inhalten, der Präsentation oder anderen Details zu kennen, erst mal dagegen sind, weil man einfach gegen "so etwas" sein muss, sollten mal anfangen, sich mit ihrer Mauer im Kopf auseinander zu setzen.

Diejenigen, die durch diesen Artikel plötzlich Interesse an dem Thema "Serious Games" gefunden haben, können sich gerne durch die Links am Ende des Artikels hangeln. Es gibt mittlerweile nämlich eine Reihe von unterschiedlichen Spielen mit ernsthaften Hintergrund.

Weiterführende Links:

Begriff Serious Game bei Wikipedia
Spiegel Online zu einem Serious Game mit Nahostkonfligt Hintergrund
Portal für spielbasierte Wissensvermittlung - Seriousgames.de

 
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