Kunst und Splatter - Diskussionen über Gewalt in Spielen PDF Drucken E-Mail
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Samstag, den 29. März 2008 um 12:53 Uhr

Image Dass Gewalt keine Lösung ist, wird überall und immer gepredigt. Doch wie so vieles im Leben, sieht die Wirklichkeit immer anders aus. Die Nachrichten sind voll mit realer Gewalt. Sei es nun durch Naturereignisse, Unglücke oder aber Krieg und Verbrechen. Selbst die wohlgehütete Idylle ist kein Garant mehr für die Gewaltfreiheit.

Neben der realen Gewalt gibt es eine Vielzahl von virtueller Gewalt. Und das schon seit Jahrhunderten. So wurden brutale Szenen auf Leinwand gebannt, Massen von Menschen in Romanen niedergemetzelt und die Produktion von Filmblut hat einen ganzen Industriezweig entstehen lassen.

Und nun hält mit den Computerspielen und deren, in den letzten Jahren immer realistischer gewordenen, Grafik ein neues Medium Einzug in die Welt der Gewaltdarstellung. Da werden Soldatenkörper durch Explosionen zerfetzt, Menschen und Monster zerstückelt und das zum Teil auch noch durch eigenes Zutun.

Während die Gewalt in den bekannten Medien, wie Bilder, Bücher und Film mittlerweile anerkannt ist, durchläuft das Computerspiel eine Phase, die andere Medien schon hinter sich haben. Während in einigen Fällen die besondere künstlerische Note bei den anderen Medien hervorgehoben wird und für sie der Jugendschutz als ausreichend anerkannt wird, fristen Computerspiele in ihrer Anerkennung oft noch ein Nischendasein. Sie werden von vielen, zumeist Älteren, als "Teufelszeug" angesehen und nicht als Kunstwerk.

 Diese öffentliche Zerrissenheit und die aktuell noch anhaltenden Diskussionen über "Killerspiele" bringen in der Berichterstattung über Computerspiele, gerade bei den Computerspielemagazinen, häufig Konfliktsituationen mit sich, die es über vergleichbare Filme z.B. so sicherlich nicht geben wird.

Wie soll man mit der Gewalt in einem Spiel umgehen? Da hat ein Spiel eine vielschichtige Geschichte, packend und aufwändig inszeniert. Einen charismatischen Helden, der alles andere als ein Strahlemann ist und dessen dunkle Seiten gezeigt werden, dessen Motivation sauber herausgearbeitet ist und der in anderen Medienformen hochgejubelt werden würde. Doch zu dieser Präsentation gehört auch die drastisch dargestellte Gewalt. Das Bauchgefühl der Redakteure würde diesem Spiel gerne eine hohe Wertung geben. Doch würden sie dadurch nicht  Gefahr laufen als Gewaltbefürworter an den Pranger gestellt zu werden? Hach, wäre es doch nur ein Buch oder ein Film, dann könnten sie ohne diese Befürchtungen die Wertung geben, die es verdient. Zumal der Vorgänger dieses Spieles in Deutschland nicht nur indiziert wurde, nein, er wurde verboten.

Darf ein unabhängiges Magazin sich von so etwas abschrecken lassen? Oder muss gerade ein Computerspielemagazin das Medium Computerspiel so behandeln wie es auch von der Gesellschaft behandelt werden muss? Ganz klar darauf eingehend, dass hier ein Stück Erwachsenenunterhaltung vorliegt, die allerdings hervorragend gelungen ist.

Nun, wir von GameParents.de können über die Diskussionen hinter den Kulissen von Spielemagazinen nur mutmaßen. Einen kleinen Einblick gibt aber ein Streitgespräch des Konsolenmagazins GamePro , welches der Chefredakteur Markus Schwerdtel mit dem leitenden Redakteur, Henry Ernst, zum Test von Condemned2 in der Ausgabe 3/2008 führte.

Vielen Dank an Markus Schwerdtel, der uns dieses Streitgespräch als PDF zur Verfügung stellte und welches wir nun hier anhängen. Unser Ziel hierbei ist es, einfach mal darüber nachzudenken, ob die eigene, negative Einstellung zum Medium Computerspiele nicht zu überdenken ist. Vielleicht hilft ja dabei die Erinnerung an die eigene Jugend, in der die Eltern über den Rock als Werk des Teufels urteilten...

Das Streitgespräch als PDF  

 
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