Blut und Morde - Trend zu realistischerer Gewalt in Spielen? PDF Drucken E-Mail
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Mittwoch, den 01. August 2007 um 20:20 Uhr
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Gut zwei Wochen ist es her, dass die E3 Media Summit, ehemals größte und bedeutsamste Messe für Computer- und Videospiele, in Los Angeles zu Ende gegangen ist. Präsentiert wurden vor allem actionreiche bis brutale Titel für den PC und die aktuellste Konsolengeneration. Geht der Trend der kommenden Spielesaison tatsächlich hin zu mehr und realistischeren Gewaltdarstellungen? Tatsächlich scheinen viele Spielehersteller zu glauben, durch drastischere Effekte den Spielspaß erhöhen zu können.

So äußert sich etwa Todd Howard, Entwickler des renommierten Rollenspiels The Elder Scrolls IV: Oblivion, zur Rolle der Gewalt in seinem aktuellen Projekt Fallout 3 gegenüber dem Magazin Gamestar wie folgt:

"Wir sind der Meinung, dass Gewalteffekte den Spielspaß erhöhen können, wenn sie richtig eingesetzt werden."

Dabei zeigt sich seine Spieleschmiede, Bethesda Softworks, bei der Umsetzung dieser angeblich spaßfördernden Gewaltaspekte wenig zimperlich. Im fertigen Spiel soll es etwa möglich sein, seinen Gegnern gezielt einzelne Extremitäten abzuschießen, oder Köpfe in Zeitlupe rollen zu sehen. Im Shooter Timeshift sollen in Arme und Beine getroffene Gegner, ähnlich wie in Fallout 3, lahmen und ein leichteres Ziel abgeben. In Zeitlupe abgetrennte Köpfe etwa soll es außerdem unter anderem in dem Online-Rollenspiel Age of Conan geben. In Shootern wie Call of Duty 4, Crysis, Stranglehold, Clive Barker's Jericho oder Frontlines wird man seine Gegner gleich scharenweise erledigen müssen. Was an sich nichts Neues ist, wird durch die immer realistischere Darstellung der Gewalt, bedingt durch die immer stärkere Rechenkraft aktueller Hardware, zukünftig wohl deutlich mehr und deutlich schärfere Kritiker auf den Plan rufen, als es bislang bereits der Fall war. Eine Entwicklung, die sich schon in den letzten Jahren immer wieder abgezeichnet hat.

Umso wichtiger für Eltern und Erziehungsberechtigte wird es deshalb, sich zukünftig selbst stärker mit der Videospiel-Kultur auseinanderzusetzen und zu versuchen, zu verstehen, was hinter den einzelnen Genres von Computerspielen steckt, was bestimmte Spielarten ausmacht und welche Spiele für ihre Kinder geeignet sind. 

Dabei sollten Sie zu unterscheiden lernen, welche Titel reine Erwachsenen-Inhalte liefern, und welche Spiele mit ihrem Gewaltgrad trotzdem noch für Jugendliche geeignet sein könnten. Die richtige Medienkompetenz und den richtigen Umgang mit Spielen vorausgesetzt, müssen gewalthaltige Inhalte nicht von vornherein verurteilt werden. Makaber - und deshalb bedenklich - wird es allerdings schon, wenn man vom Spiel praktisch dazu gezwungen wird, bereits entwaffnete - und damit wehrlose - Gegner vorsichtshalber zu erledigen, bevor diese sich wieder bewaffnen und der Spieler Gefahr läuft erneut angegriffen zu werden. Wie es etwa bei kommenden Titel Timeshift der Fall sein wird.

Allerdings sollte man ebenso bedenken, dass die meisten dieser Titel in den USA entwickelt werden und dort Gewaltdarstellungen ganz anders beurteilt werden als hierzulande. Spiele, wie die oben beschriebenen, dürften es schwer haben, in Deutschland unverändert veröffentlicht zu werden ohne eine Indizierung zu riskieren.

Hierzulande wird es die meisten der auf der E3 angekündigten Titel wohl nur in entschäften Fassungen geben. Was einerseits dem Jugendmedienschutz ungemein hilft, andererseits erwachsenen Spielern weiterhin das Gefühl vermitteln wird, vom Staat bevormundet zu werden. Aber wer weiß, vielleicht werden es irgendwann auch Computer- und Videospiele dahin schaffen, wo heute bereits das Kino und Fernsehen stehen: Dass erwachsene und kindgerechte Inhalte friedlich nebeneinander koexistieren und alle Parteien halbwegs verantwortungsvoll mit dem Medium umgehen. Bis dahin ist es aber sicherlich noch ein langer und steiniger Weg.

In der Zwischenzeit machen Sie sich lieber schonmal mit dem Gedanken vertraut, dass die Darstellung von Gewalt in Spielen zukünftig deutlich drastischer wird, als es bisher bereits der Fall war. Das muss Ihnen aber keine Angst machen, solange Sie sich eingehend mit Ihren Kindern über solche Inhalte auseinandersetzen. Wir von GameParents.de helfen Ihnen gerne dabei.

 
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