Gewalt in Spielen PDF Drucken E-Mail
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Sonntag, den 24. September 2006 um 20:41 Uhr
Ein langer düsterer Gang liegt vor ihm. Langsam, mit der Waffe im Anschlag bewegt er sich vorwärts. Plötzlich flackert das Deckenlicht und aus einer Öffnung über seinem Kopf fällt der tote Körper eines Menschen herab. Kaum dass er sich von dem Schrecken erholt hat und er einen weiteren Schritt nach vorn gemacht hat, bricht der Boden vor ihm auf und ein grässliches Monster versperrt seinen Weg. Reflexartig drückt der den Abzug der Waffe. Die Schüsse hallen durch den Gang und an mehreren Stellen getroffen sinkt das Monster zu Boden.....

Diese Szene aus dem Computerspiel Doom 3 könnte so auch in einem Buch oder einem Film vorkommen.

Warum ist es aber in einem Buch oder einem Film problemlos möglich, solche Szenen zu beschreiben bzw. zu zeigen, in einem Computerspiel aber nicht?

 Oft hört man in diesem Zusammenhang, dass die Erlebnisse in einem Computerspiel interaktiv sind. Dass also der Spieler diese Situationen mehr oder weniger erlebt, während er in einem Buch oder Film mehr der Beobachter im Hintergrund ist. Nun, das mag sicherlich so sein und auf alle Fälle gehört so ein Spiel wie Doom3 nicht in Kinderhände. Wenn man aber die Vergangenheit betrachtet, so ist es Büchern und Filmen stellenweise auch so ergangen, wie es in der heutigen Zeit mit Computerspielen der Fall ist.

Gewalt als Unterhaltungsmedium hat es auch schon in der Vergangenheit gegeben. Die Römer hatten ihre Zirkusspiele, bei denen Gladiatoren gegeneinander antraten, Unschuldige von wilden Tieren zerfetzt wurden und dergleichen mehr. Im Mittelalter gab es Turniere, in denen oft bis zum Tode gekämpft wurde und Hinrichtungen waren stark besuchte Events.

Auch literarisch waren Geschichten mit hohem Gewaltanteil oft die Bestseller. Man denke nur an das Niebelungenlied oder die Geschichte von König Artus.

Als dann die Bilder laufen lernten, wurden sehr schnell Filme mit Gewalt, egal ob als Krimi, Kriegsfilm oder Horrorgeschichten, sehr beliebt. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Möglichkeiten hinzu, Gewalt in Filmen immer realistischer darzustellen.

Und nun machen sich Computerspiele auf, als neues Medium die Welt zu erobern. Erfolgsrezepte wie sie von anderen Medien gewohnt sind, funktionieren auch hier. Trotzdem sollte man ganz klar sagen, dass nur ein Teil der Spiele Gewalt beinhaltet und nur ein verschwindend gringer Anteil diese Szenen auch extrem drastisch präsentiert (s. Statistik USK ).

Genauso wie bei Büchern oder Filmen, gehören diese Spiele nicht in die Hände von Kindern. Fragt man die Hersteller solcher Spiele, so hört man oft, dass diese speziell für Erwachsene gemacht wurden. Also für eine ganz bestimmte Zielgruppe. Natürlich hört sich so etwas immer gut an und ist auch gut fürs Image. Aber es ist nicht die Aufgabe des Herstellers dafür zu sorgen, dass sein Produkt nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen fällt, für die es nicht bestimmt ist.

Zum einen ist es Aufgabe des Gesetzgebers, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen dieses Medium vertrieben werden kann. Bei Filmen ist es die FSK, bei Spielen die USK. Was vielen vielleicht noch nicht so ganz klar ist, dass die Alterfreigaben der USK auf Computerspielen rechtlich bindend sind. D.h. ein Händler macht sich strafbar, wenn er ein Spiel an einen jüngeren Kunden, als von der USK vorgegeben, verkauft.

Zum anderen ist es die Aufgabe von Eltern und Lehrern, auf die Einhaltung der Rahmenbedingungen zu achten. Es nutzt nichts, wenn der o.g. Verkäufer sich weigert, dem Jugendlichen das Spiel zu verkaufen, dieser aber dann mit seinen Eltern, oder Großeltern zurückkommt und diese das Spiel für ihn beschaffen. Diese Eltern sollten sich einmal fragen, ob sie ihrem Kind auch einen Porno- oder Horrorfilm kaufen würden, der eindeutig als FSK 18 gekennzeichnet ist.

Aber diese Frage stellen sich leider die wenigsten. Sie sehen in Computerspielen kein vergleichbares Medium neben Fernsehn oder Kino. Zum Teil ist es auch die Angst, durch Unwissenheit vor den eigenen Kindern lächerlich dazustehen. So bekommt das Kind früher oder später seinen PC auf das Zimmer, am Besten gleich noch mit Internetanschluss, den es sich natürlich selber einrichtet (dabei aufgrund zu geringer Erfahrung die Eingangstür für Angreifer weit aufreißt) und die Eltern sind froh, wenn sich ihr Sprössling alleine und still vor dem Rechner vergnügt. Dass er dabei ein Spiel zockt, was für seine Altersgruppe nicht freigegeben ist, was er sich womöglich auch noch illegal aus dem Internet heruntergeladen hat, bemerken die Eltern nicht oder können und wollen es auch gar nicht bemerken. 

Es sind aber dann auch dieselben Eltern, die lauthals mitschreien, wenn in einem Fernsehbericht, wie er z.B. vor einiger Zeit in der ZDF Sendung "Frontal21" ausgestrahlt wurde, wieder über die ach so brutalen Computerspiele in Kinderhänden berichtet wird. Dabei sind sie es selber in Schuld, wenn ihr Kind solche Spiele in die Hände bekommt. Denn ein wenig mehr Information und sie wären in der Lage zu kontrollieren was ihr Kind spielt ohne gleich zu Computerexperten zu mutieren.

Mit wenigen Handgriffen ist ein PC so eingerichtet, dass die Eltern kontrollieren können, was für Spiele auf diesen Rechner drauf kommen. Diese Tipps und Hinweise werden demnächst auf Gameparents.de zu lesen sein. Aber auch die Schulen sollten überlegen, ob sie nicht dabei mithelfen und in einfachen Kursen für die Eltern aufzeigen, wie diese besser überwachen können, was ihre Kinder spielen.

Somit wären Computerspiele für Erwachsene genau das was sie sein sollen. Unterhaltung für Erwachsene.

 

 

 
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