| und jetzt mal Finger weg vom Download-Button! |
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| Sonntag, den 09. März 2008 um 23:09 Uhr | ||||
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“Leider musste Ubisoft zur Kenntnis nehmen, dass illegale und unvollständige Versionen von ‘Assassin’s Creed’, die zu kompletten Systemabstürzen führen können, im Internet aufgetaucht sind. Ubisoft hat Maßnahmen eingeleitet um seine Produkte zu schützen. Entsprechend werden illegale Downloads von ‘Assassin’s Creed’ aus dem Internet von so genannten Peer-to-Peer-Netzwerken (P2P) und BitTorrent-Tauschbörsen strafrechtlich verfolgt. Zu diesem Zweck ermittelte IP-Adressen werden an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet. Ubisoft Deutschland empfiehlt allen Usern, die Finger von illegalen Downloadversionen zu lassen. Bei seinem Blockbustertitel ‘Assassin’s Creed’ wird Ubisoft alle Rechtsmittel ausschöpfen und aggressiv gegen eine unrechtgemäße Verbreitung vorgehen!” (via gameswelt.de). Das ist ja alles schön und gut, aber wenn ich das so lese, dann frage ich mich ja doch als erstes mal: wo kommt denn diese illegale und offenbar unfertige Fassung überhaupt her? Bevor ich als Firma gegen den kleinen Raubkopierer vorgehe, würde ich mir dann vielleicht zumindest ein kleines bißchen an die eigene Nase fassen und innerhalb meiner eigenen Produktions- und Verwertungskette mal ganz gehörig aufräumen. Denn genau da muss diese unfertige Fassung von AC ja offenbar irgendwo durchgesickert sein. Bloß wo? Wurde da wieder mal irgendwo der Firmenrechner eines hohen Ubi-Mitarbeiters gehackt, so wie damals bei Valve’s Half Life 2-Desaster? Wäre natürlich extrem peinlich, würde ich so auch nicht offiziell zugeben wollen. Ist vielleicht einem der Entwickler eine Kopie für daheim aus der Handtasche gepurzelt? Oder hat mal wieder irgend so ein Asi aus dem Brennwerk heimlich was ins Netz gestellt? Dann feuert die Sau! Verdammt nochmal! Wie? Brennwerk kann nicht sein? Achso, Ihr meint, weil die Version ja noch unfertig ist und zu Systemabstürzen führen kann? Ja und? Kann man doch patchen! So oder so: wenn schon innerhalb der eigenen Produktionskette was nach außen dringt, dann läuft da irgendwas ganz gehörig falsch. Generell muss man Ubisoft aber natürlich Recht geben. Da macht man sich schon die Mühe und portiert ein eh schon erfolgreiches Spiel auf eine andere Plattform, stattet diese neue Version sogar noch mit neuen Inhalten aus und dann war die Mühe für die Katz, weil die Verkäufe dank Raubkopien nicht aus den Puschen kommen. Wohin sowas führen kann, zeigt gerade sehr eindrucksvoll der Untergang des Entwickler-Studios Iron Lore Entertainment, die mit ihrem letzten Spiel Titan Quest immerhin einen äußerst veritablen Action-Rollenspiel-Kracher vorweisen konnten, der dazu noch mit durchweg ziemlich hohen Wertungen bedacht wurde. Scheint insgesamt auch super bei den Fans angekommen zu sein. Bloß leider nicht auf dem Verkaufsweg. Warum auch für 40 Stunden Unterhaltung bezahlen, wenn man das umsonst haben kann? Entsprechend frustriert und überraschend deutlich fällt der Kommentar des verantwortlichen THQ-Managers Michael Fitch im Forum von Kotaku zu diesem Thema aus:
Kein Wunder, dass derzeit wieder einmal allerorts der Untergang des PCs als Gaming-Plattform diskutiert wird. Die neuesten Fälle um Assassin’s Creed und Iron Lore als Einzelfälle durchzuwinken, geht schon länger nicht mehr. Teilweise wundert man sich schon ziemlich über die Verkaufszahlen der letzten Zeit. Gut, Crysis kann man immerhin noch vorwerfen, sich mit seinen allzu hohen Hardware-Anforderungen eventuell selbst auf dem Weg an die Spitze im Weg gestanden zu haben. In höchstem Maße verwunderlich ist es aber trotzdem, wenn ein über dermaßen lange Zeit gehypter und von den Massen sehnsüchtig erwarteter Titel plötzlich ‘nur’ durchgängig im Mittelfeld der internationalen Verkaufscharts herumdümpelt und sogar noch von zwei Counter-Strike-Editionen übertrumpft wird. Man könnte auch meinen, dass die Flut der hochklassigen Shooter im letzten Jahr einfach zu groß war und Titel wie Unreal Tournament 3 oder Bioshock deshalb bei weitem nicht an den erhofften Verkaufszahlen gekratzt haben. Oder man nimmt an, dass Call of Duty 4 alles richtig gemacht hat und durch seine Konsensfähigkeit die Käufer von anderen Titeln ferngehalten und durch seinen ausgezeichneten Multiplayer-Modus über viel zu lange Zeit an sich gebunden hat. So ganz auf geht aber leider keine der Annahmen. Denn selbst für Infinity Ward gibt es jede Menge Gründe, sich über die PC-Verkaufszahlen des Shooters zu ärgern. Immerhin soll CoD4 ganze 1 Mio. mal über Bittorrent & Co. heruntergeladen worden sein. Den Umsatzausfall kann man sich bei einem angenommenen durchschnittlichen Verkaufspreis von knapp 40 Euro ja selbst ganz schnell mal an 40 Mio. Fingern abzählen. Iron Lore bzw. THQ sind somit zwar ziemlich die ersten, die öffentlich die Schließung eines Studios aufgrund von Raubkopien begründen, aber mit Sicherheit nicht die ersten, bei denen die Gründe tatsächlich in der Sauger-Mentalität vieler PC-Spieler zu suchen sind. Und garantiert auch nicht die letzten. Findige Volldeppen könnten nun behaupten, dass das ja bestimmt nicht passiert wäre, wenn Iron Lore parallel für mehrere Systeme entwickelt hätte. Aber von welchem Geld? Von dem vielleicht, dass ihnen durch illegale Downloads durch die Lappen gegangen ist? Dieser ganze Themenkomplex zeigt aber noch ein weiteres Dilemma, das vorrangig den PC-Bereich betrifft, wird dadurch doch folgende Frage aufgeworfen: Spiegeln die Verkaufscharts eigentlich wirklich noch das wider, was beim (potentiellen) Kunden tatsächlich angesagt ist? Dieser Frage ist Kieron Gillen mal in seinem Blog nachgegangen und hat aus den aktuellen Download-Zahlen bei Bittorrent mal seine eigenen, inoffiziellen Charts gestrickt:
Die Zahlen hinter den Titeln sind übrigens die Downloads an einem einzigen Tag. Da fällt mir doch glatt nichts mehr zu ein.
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