| Von Schnüffelphones und Datenstriptease |
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| Donnerstag, den 28. April 2011 um 08:39 Uhr | ||||
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Wir sind Daten. So abstrakt sich diese Behauptung auch anhört, so wenig läßt sie sich verleugnen. Unser gesamtes Handeln, unser Leben hinterläßt Spuren. Spuren, die sich immer häufiger aufzeichnen und verfolgen lassen. Je mehr wir die digitale Welt in unser Leben einbeziehen und auch von ihr mit einbezogen werden, desto leichter wird es diese Spuren zu verfolgen und zu verknüpfen. Dass hinter diesen ganzen Daten auch ein lebendes Wesen, ein Mensch steht, interessiert letztlich nur am Rande und bei vielen Datensammlern nur am Ende der Datenkette. Dabei werden die Möglichkeiten, unser digitales Abbild zu erstellen, immer einfacher, ausgefeilter und präziser. Aktuell empört sich die Öffentlichkeit über die Sammlung und Übermittlung von Positionsdaten durch die Smartphones des US Konzerns Apple. So nach und nach stellte sich dann heraus, dass eigentlich alle Smartphones Positionsdaten zumindest speichern und bei entsprechenden (ich schreibe jetzt bewusst nicht falschen) Einstellungen auch weitergeben. Zuvor gab es hitzige Diskussionen über soziale Netze, allen voran Facebook, die noch lange nicht abgeschlossen sind. Diese sozialen Netze, die den Kontakt mit Freunden, immer und überall, propagieren. Auf der anderen Seite steht dann der Anwender, Nutzer, Konsument und Bürger. Er will eigentlich alles und das möglichst bequem. Wissen bezieht er aus dem Internet durch Nachrichtenseiten, Wikis und Communities. Er kauft online ein, vergleicht Preise und kommt immer seltener in Geschäfte. Wenn doch, dann ist er mit dem niedrigsten Preis ausgestattet, den er im Internet gefunden hat. Verabreden mit Freunden zum Kinobesuch inklusive Buchung der Kinokarten: Alles online möglich. Den richtigen Weg findet man mit dem Smartphone, welches auf Fingertip sofort die Sehenswürdigkeiten einblendet, Restaurants in der Nähe nennt und einem die Möglichkeit bietet, allen Freunden mitzuteilen wo man sich gerade befindet. Dann noch schnell ein paar Fotos mit dem Handy gemacht und sofort hochgeladen damit Opa sich die zu Hause anschauen kann. Allein aus den Dingen, die ich in den paar Sätzen formuliert habe, steckt soviel Wissen über uns, unser Leben und Verhalten, dass Datenschützern Angst und Bange wird und den Marketingabteilungen und auch den Sicherheitsbehörden das Wasser im Munde zusammenläuft. Wer weiß, was wir essen und trinken; wer weiß, was wir für Urlaubsziele bevorzugen, welche Filme wir mögen und wo wir unsere Freizeit verbringen, der kann uns gezielt mit seinen Produkten bewerben und sicher sein, dass es uns gefällt. Wer weiß, wo wir uns gerade aufhalten und auch, dass wir zum Beispiel die italienische Küche bevorzugen, kann uns gezielt an jedem Ort der Welt ein Ristorante in der Nähe empfehlen. Natürlich nur, wenn Giovanni dafür vorher gezahlt hat. Wir werden durchschaubarer, berechenbarer und dadurch auch lenkbarer. Jeder, der im Besitz dieser Informationen ist, kann diese zu seinem Vorteil nutzen. Da sind die Sicherheitskräfte, die unsere Kommunikation nach verdächtigem Verhalten scannen wollen und vermutlich auch schon tun. Ein falscher Freund bei Facebook kann schon dafür sorgen, das man in den Fokus der Ordnungskräfte rückt. Personalbüros scannen mittlerweile das Internet nach ihren Bewerbern und Personensuchmaschinen wie Yasni helfen ihnen dabei und tragen alles zusammen was sie über eine Person finden können. Natürlich gibt es mittlerweile auch Unternehmen, die sich auf diese Recherchen spezialisiert haben. Und dann sind da die Kriminellen. Diese sind eigentlich überall zu finden. Eine unbedachte Äußerung in einem öffentlichen Forenbereich und schon ist der Termin der Urlaubsfahrt öffentlich und somit die Einladung zum Haus ausräumen verschickt. Alles schon da gewesen. Dann die häufigen Meldungen über Datenklau, die zeigen wie begehrt unser digitales Leben doch ist. Und sei es nur unsere Mailadresse als Massengut für irgendwelche Spamversender. Was aber viele nicht verstehen und einsehen wollen die nach staatlicher Regulierung und wieder einmal nach Verboten schreien ist, dass wir es letztlich in der Hand haben. Die Daten, die über uns zu finden sind, geben wir fast immer selber von uns preis. Wenn Unternehmen wie Apple ungefragt Daten von uns speichern, dann nur weil wir den Komfort, der für uns daraus entsteht, auch haben wollen und auch hier bereitwillig die Daten preisgeben. Auch Facebook kann nur Daten von uns weitergeben und vermarkten, wenn wir diese Daten Facebook vorher mitteilen. Ja, einige Unternehmen agieren hinterhältig. So ist es schon vorgekommen, dass Facebook die Geschäftsbedingungen zu Lasten der Benutzer geändert hat und plötzlich Daten sichtbar waren, die zuvor versteckt beziehungsweise nur für Freunde sichtbar waren. Aber trotzdem muss die Frage gestellt werden, warum diese Daten überhaupt bei Facebook vorhanden waren? Wir sind Daten, wir sind wertvoll und wir haben es letztlich nicht anders verdient. Es ist an der Zeit, dass wir uns selber hinterfragen und vor allem dies auch unseren Kindern entsprechend kommunizieren. Denn der vernünftige Umgang mit den eigenen Daten sorgt auch für entsprechende Zurückhaltung bei den Kindern. Aber auch eine Ablehnung von Internet, Facebook und Smartphones ist nicht zu empfehlen. Hierdurch wird bei unseren Kindern allenfalls eine Begehrlichkeit geweckt, die dann ungelenkt mehr schadet als nützt. Weiterführende Links: Heise: Wirbel um Aufzeichnung von Ortungsdaten im iPhone Heise: Angriff auf das Playstation Network: Worauf Kunden jetzt achten sollten GameParents.de: Auslaufmodell Privatsphäre Heise: Privatsphäre ist sowas von Eighties
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