Das Ende der Anonymität?!? PDF Drucken E-Mail
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Mittwoch, den 05. März 2008 um 09:36 Uhr

Image Immer häufiger fällt im Zusammenhang mit Computer- und Internetsicherheit das Wort Krieg. Die Hersteller von Sicherheitssoftware und -systemen sehen sich, laut einem Bericht der Westfalenpost vom 05. März 2008, einer riesigen Schattenarmee von Online-Kriminellen gegenüber. So sei mittlerweile jährlich eine Verdoppelung der Schadprogramme festzustellen, die von den global agierenden Verbrechern freigesetzt würden.

Die Kriminalität ist mittlerweile zu einer Industrie angewachsen, die Milliarden von Dollar umsetzt. So lassen sich z.B. gezielte Attacken auf Webseiten, sog. DOS (Denial of Service) , zu Festpreisen bestellen. Das Lahmlegen einer Webseite für eine Stunde kostet 20 Dollar, ein ganzer Tag 100 Dollar. Nicht viel Geld um einem unliebsamen Konkurenten zu schaden. Als Bonus gibt es eine Testlahmlegung für zehn Minuten gratis.

Aber auch Kreditkartendaten gibt es auf diesem Markt zu Spottpreisen. Für fünf Dollar gibt es die Information mit dem Versprechen, dass diese Daten nicht zusätzlich an jemand anderes verkauft werden.

Auch das Kapern von Computern kann man sich erkaufen. Einen Trojaner , der sich einnisten kann,  gibt es für 3000 Dollar. Somit ist der Weg für ein eigenes Botnetz frei. Bei Großabnehmer steckt sogar noch Mengenrabatt mit drin.

Diese Entwicklung ist besorgniserregend. Die Sicherheitsfirmen schaffen es nur mit enormen Einsatz von Mitarbeitern und Hardware, der aktuellen Flut überhaupt Herr zu werden - und trotzdem laufen sie nur hinterher.

Inzwischen werden sogar Stimmen laut, die einen Internetpass fordern. Nur jemand, der einen solchen Pass besitzt, darf dann überhaupt im Netz der Netze unterwegs sein. Das bedeutet dann das Ende der von vielen so geschätzten Internetfreiheit. Denn dann wäre jeder Benutzer zu identifizieren und seine Aktionen und Wege im Web ließen sich aufzeichnen und überwachen.

Doch Grund dafür sind nicht nur alleine die Internetkriminellen, die sich eine goldene Nase mit ihren Geschäften verdienen. Sondern auch die Nutzer, die es den Verbrechern dadurch einfach machen, dass sie sich zu unbefangen in den Weiten den Internets bewegen. Viele haben ihren Computer nicht einmal mit den notwendigsten Sicherheitsstandards ausgestattet. So wissen viele noch nicht einmal was eine Firewall ist und der Virenscanner wurde seit der Installation nicht mehr aktualisiert.

Auch das öffnen von EMail-Anhängen, das unbedarfte Anklicken und Ansurfen von Webseiten mit unbekannter Herkunft öffnen den Kriminellen Tür und Tor. Sie bedienen sich also an einem reich gedeckten Tisch.

Am Ende wird die Zeche wieder von denen bezahlt, die eigentlich zu den Opfern zählen. Und ob dieser Internetpass etwas bringt, ist nicht gerade sehr warscheinlich. Denn die Internetverbrechensorganisationen werden immer einen Schritt voraus sein.

 

 
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