| Teil 1: Ist das Internet böse? |
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| Freitag, den 16. Januar 2009 um 14:31 Uhr | ||
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Die Frage wird vermutlich jeder von Ihnen für sich schon beim Lesen der Überschrift beantwortet haben. Die einen werden ein klares "Ja" geantwortet haben, andere ein klares "Nein". Vielleicht kam dem ein oder anderen sogar ein "Vielleicht" oder "Teilweise" in den Kopf.
Ursprünglich war der Gedanke hinter dem Internet die Bereitstellung von Informationen für alle. Es sollte dafür sorgen, dass jeder Mensch Zugriff auf eine Vielzahl von Seiten zu unterschiedlichen Themen hat. Der Grundgedanke war also, wie bei vielen anderen Dingen, gut und edel. Aber leider läuft nicht alles immer so, wie man sich das erhofft. Die ersten Waffen wurden auch zu dem Zweck erfunden, um besser jagen zu können. Doch stellte sich schnell heraus, dass man damit auch den ungeliebten Nachbarn aus der Welt schaffen kann. Genau das passierte mit dem Internet. Sehr schnell fand man heraus, dass man dieses große, weltweite Netzwerk auch für andere Dinge verwenden kann. So wurden Onlinegeschäfte gegründet und Firmen und Organisationen fingen an, sich im Internet zu präsentieren. Man entdeckte die E-Mail als schnelles und billiges Werbemedium. Die Erotikbranche war in vielen Bereichen, gerade was digitale Abrechnungssysteme anging, Vorreiter und nutzte diese, um Konsumenten leichter und anonymer zu erreichen. Neue Techniken brachten neue Ideen und trieben die Entwicklung immer weiter voran. Heutzutage ist das Internet ein fester Bestandteil unseres Lebens. Es ist viel mehr geworden, als das Internet, das seine Erfinder damals im Sinn hatten. Man kauft dort ein. Man lernt neue Menschen kennen. Man kann sich unbeobachtet von der Öffentlichkeit mit Erwachsenenunterhaltung beschäftigen. Man spielt online, man sucht online, man diskutiert online. Das westliche Leben hat sich durch das Internet extrem stark verändert. Es unterhält. Es informiert. Es manipuliert. Ähm, Moment... es manipuliert? Aber sicherlich. Nirgendwo können Meinungen so publikumswirksam und günstig an den Leser gebracht werden. Und seitdem es möglich ist, sich sogar per Bild und/oder Ton zu Wort zu melden, ist das ganze sogar noch attraktiver geworden. Nicht umsonst meldet sich die Bundeskanzlerin jede Woche mit ihrem Videopodcast via Internet an das Volk. Aber auch radikale Gruppierungen nutzen das Netz seit den Anfängen. Waren es zunächst nur einfach Webseiten, wird mittlerweile intensiv mit Videos auf YouTube und anderen Internetseiten gearbeitet. Das Praktische dabei ist, dass man sich durch das Auslagern solcher Daten auf ausländische Server sogar bequem der Gerichtsbarkeit im eigenen Land entziehen kann. Aber nicht nur radikale Gruppierungen nutzen das Internet um Meinungen zu manipulieren. Der Wahlkampf von Barack Obama wurde so intensiv wie nie zuvor über das Internet geführt. Dabei wurde alles eingesetzt, was das Internet an Möglichkeiten bietet. So wurden Wählerprofile erstellt und entsprechend ihren Vorlieben und Neigungen angeschrieben. Es wurde zielgruppengerichtet vorgegangen und der Erfolg war die größte Wahlbeteiligung in Amerika seit 100 Jahren inklusive dem Wahlsieg für Obama. Und was im Wahlkampf funktioniert hat, das klappt seit Jahren schon in anderen Bereichen. Egal ob es gezielte Werbung für bestimmte Produkte ist, oder ob es um die Verbreitung von Meinungen geht. Das geht auch andersherum. Abonierbare RSS-Feeds und Newsletter lassen sich von uns so gestalten, dass wir immer nur die Nachrichten bekommen, die wir haben wollen von den Anbietern, die wir auswählen. Wenn wir uns dann nur noch darauf konzentrieren, dann glauben wir, dass unsere Meinung grundsätzlich die richtige ist, weil wir sie ja ständig bestätigt bekommen. Wir haben hier also einen Fall von Selbstmanipulation. Man könnte an dieser Stelle noch mehr Beispiele für Manipulationsmöglichkeiten nennen. Doch sollte vielleicht jeder einfach mal für sich durch das Internet surfen und auf die Informationen achten, auf die er trifft. Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang auch ein Artikel in der Zeitschrift PM in der Ausgabe Januar 2009. Halten wir also fest: Jeder kann Inhalte für alle anbieten. Damit man all diese Informationen auch finden kann, gibt es Suchmaschinen und die Größte davon ist Google. Es ist so einfach. Man tippt einen Suchbegriff ein und bekommt schnell und einfach Treffer zu diesem Begriff und meistens findet man den Treffer zu diesem Suchbegriff auf der ersten Seite. Doch woher weiß eine Suchmaschine das? Nun, zum einen durch eine automatisierte Websuche. Google arbeitet mit automatisierten Programmen, die ständig dabei sind, das Web zu katalogisieren. Hierzu werden dann die einzelnen Webseiten und Adressen in einer Datenbank mit entsprechenden Schlüsselwörtern gespeichert. Um nun eine Webseite in ihrer Bedeutung zu werten, wird geschaut, wie häufig von anderen Seiten auf diese Seite verlinkt wird. Je mehr also eine Webseite von anderen Seiten angesprochen wird, desto höher wird sie in den Suchergebnissen angezeigt. Das machen sich viele Betreiber von Internetseiten zu nutze und unterhalten ein regelrechtes Netzwerk von Seiten, die sich gegenseitig mit den unterschiedlichsten Schlüsselwörtern verlinken. Somit kommt es regelmäßig vor, dass zu bestimmten Suchbegriffen Ergebnisse gefunden werden, die mit dem eigentlichen Suchwunsch nicht übereinstimmen, oder die gezielt Meinungen zu einem bestimmten Suchbegriff publik machen sollen. In diesem Netz der Geschäftemacherei und Manipulation sollen, ja müssen sich unsere Kinder zurechtfinden. Denn auch für sie ist das Internet mittlerweile zu einem "Muss" geworden. So findet der erste Kontakt, auch ohne Zutun der Eltern, in der Regel bereits in der Grundschule statt und immer häufiger werden ab dem Zeitpunkt Recherchen im Internet mit den Hausaufgaben kombiniert. Die Möglichkeit, dass Kinder bei diesen Recherchen auf Inhalte stoßen, die für ihre Entwicklung störend sein können, ist groß. Noch größer wird die Gefahr, wenn Kinder nach den eigenen Interessen im Internet unterwegs sind. Aus dem Grund sollten Eltern ihre Kinder bei ihren Internetabenteuern begleiten. Doch leider ist das nicht immer möglich, nicht immer gewünscht und teilweise auch nicht gewollt. Aus diesem Grund ist der Einsatz von Filtern und/oder Kinderschutzsoftware bei vielen Eltern eine Möglichkeit, ihre Kinder zu schützen. Doch geht der Schutz regelmäßig in die falsche Richtung, je nach Art und Weise, wie diese Programme arbeiten. Ein Beispiel hierfür ist zum Beispiel die Seite des Kinderkanals. Dieser wird von einigen Programmen, die mit einer Blackliste von "bösen" Wörtern arbeiten geblockt. Nicht etwa aus dem Grund, weil der Kinderkanal jugendgefährdende Inhalte auf seiner Seite bereitstellt, sondern weil das Wort "Anal" (Kinderkanal) vorkommt. Nun, sicherlich kann man hier dadurch Abhilfe schaffen, dass man diese Seite manuell freigibt, was zu den Standardfunktionen von Filterprogrammen gehört. Doch Sie können nicht jedesmal zur Stelle sein, wenn der Filter zuschlägt. Das ist doch egal, Hauptsache, die Dinge, die meinem Kind schaden könnten, bleiben außen vor. So, oder so ähnlich dürften einige jetzt vielleicht denken. Aber so einfach ist das nicht. Auf der einen Seite werden auf diese Weise Seiten den Menschen verwehrt, für die sie gemacht wurden, nämlich den Kindern. Häufig werden diese Seiten von den Betreibern unentgeltlich und ehrenamtlich betrieben. Wenn man nun mit viel Liebe und Mühe versucht, Angebote für Kinder zu erstellen und diese Angebote können nicht wahrgenommen werden, weil die Kinder nicht an diese Seite kommen, dann hört man irgendwann enttäuscht auf. Im Gegenzug verwenden viele Betreiber von Webseiten, die eigentlich gefiltert werden sollten, eine Menge Energie darauf, um an den Filtern vorbeizuschlüpfen. Sehr häufig haben sie damit Erfolg. Sie sehen also, wie der Titel für diese Serie zustande gekommen ist. Mit dieser Einführung endet der erste Teil. Zum Thema kindersicheres Internet und ein Web für Kinder lege ich allen die beiden nachfolgenden Seiten des Kinderportals "Blinde Kuh" ans Herz. Warum Filtersoftware kein Internet für Kinder zaubern kann, dafür aber blockiert, und wie man mit nicht gerade neuen Ideen das eigentlich auch professionell angehen könnte.
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