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Gewalt in Spielen
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THEMA: Gewalt in Spielen
#5990
Gewalt in Spielen vor 1 Jahr, 10 Monaten  
** This thread discusses the content article: Gewalt in Spielen **

Über Gewalt in Unterhaltungsmedien und Gewalt zur Unterhaltung wurde schon immer lebhaft diskutiert. Selten ist jedoch die Diskussion so kompromisslos geführt worden wie im Bezug auf Gewalt in Computerspielen.






Dabei wird häufig bei der Diskussion vergessen, dass Computer- und Videospiele mittlerweile ein Generationsübergreifendes Medium sind. Interaktive Unterhaltung ist nunmal nicht ausschließlich ein Kinderspielzeug. Genauso wie Bücher und Filme gibt es hier Unterhaltung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.



Gerade Menschen, die mit den neuen Medien nicht so vertraut sind und Szenen aus gewalthaltigen Computerspielen sehen, fragen häufig, wer sich sowas nur ausdenken kann und was in diesen Leuten denn nur vorgeht.



Diese Frage läßt sich mit dem anhängenden Artikel zwar nicht vollständig beantworten, jedoch erhält man einen Blick in die Entwicklung von interaktiver Erwachsenenunterhaltung. Man erfährt etwas über die Motivation, die hinter der Erstellung von gewalthaltigen Inhalten steckt, aber auch etwas über die Sichtweisen und Diskussionen hinter den Kulissen der Spielentwicklung.



Der Artikel erschien im Making Games Magazin, Ausgabe 2/2010, im Rahmen des Schwerpunktes "Gewalt, Sex, Tod - Tabus in der Spieleentwicklung". Das Making Games Magazin ist die erste und einzige deutschsprachige Zeitschrift die sich mit allen Belangen rund um die Entwicklung von Computer- und Videospielen beschäftigt. Interessenten, die sich mehr mit der Entwicklung und Plubikation von interaktiver Unterhaltung beschäftigen möchten, oder sich mit allen Artikeln des Schwerpunktes auseinandersetzen möchten können die entsprechende Ausgabe im Onlineshop bestellen.



Wir möchten an dieser Stelle Heiko Klinge vom Making Games Magazin dafür danken, das wir diesen Artikel bei uns anbieten können.



Artikel "Gewalt in Spielen" als PDF



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Kunst und Splatter - Diskussion über Gewalt in Spielen

Phänomen GTA IV - Werden Spiele Gesellschaftsfähig
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Rainer Schmidt (Admin)
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#5996
Gewalt in Spielen vor 1 Jahr, 10 Monaten  
Liebe Gameparents,

der Artikel, auf den hier verwiesen wurde, ist mehr als vorhersagbar. Was wird wohl herauskommen, wenn man einen Spieledesigner von Gewaltspielen fragt, ob Gewalt in Spielen okay sei? Eine kritische, differenzierte Auseinandersetzung, unter anderem mit den eigenen Schwächen? Oder einfach wieder nur eine Rechtfertigung dafür, daß alles so gut ist, wie es ist?

Na, dreimal dürfen wir raten. Gewalt ist natürlich kein Selbstzweck, nein, es gehört im Spiel dazu, um den Spieler die Emotionen fühlen zu lassen. Und dazu braucht es eben nun mal leider entsprechend visualisierte Gewalt. Und außerdem: die Spieler WOLLEN das so! Na, wenn das mal kein Grund ist! Offenbar entbehrt die heutige Spielergemeinde jeglicher eingenen Phantasie, um die Lücken der Gewaltdarstellung zu füllen, man MUSS es genau und detailgetreu nachstellen. Geht nicht anders, klar.

Was für ein Armutszeugnis!

Das können alle anderen außer Gamern und Designern natürlich überhaupt nicht verstehen. Und trotzdem machen Leute Studien über die Gewaltauswirkungen, die damit nicht ebenso vertraut sind wie ein Gewaltspiele-Designer. So geht das doch nicht... wer außer den Spielenden kann denn überhaupt irgendwas einschätzen, was diese Spiele betrifft? Kann auch nur ein Mörder einen anderen verurteilen?

Der ganze Aufsatz ist ein einziges Armutszeugnis. Die Argumente, die bemüht werden, um die Gewaltdarstellung in den Spielen zu rechtfertigen, erscheinen teilweise so verbogen und vorhersehbar wie die Antwort der Zeugen Jehovas an die an sich selbst gestellten Fragen nach dem Sinn des Glaubens: natürlich, es braucht UNBEDINGT total realistische Gewaltszenen in Spielen. Man will mitfühlen, sich daran ergötzen, SPASS haben am Spielen mit möglichst realer Darstellung.

Und dann erklärt man seinen Kindern - so vorhanden - daß Gewalt nichts Erstrebenswertes ist. Und die sollen das verstehen...

Und auch wenn hier jedem klar ist, daß viele der Gewaltspiele nicht für Jugendliche freigegeben sind: die Rechtfertigung und das Abnicken der Gewaltszenen gilt so lange für ALLE Spieler in der großen Spielergemeinde, wie der Jugendschutz nicht funktioniert - und das tut er nicht.

Männliche Heranwachsende sind aber nun mal DIE Hauptzielgruppe und -konsumenten dieser Spiele. Es sind unfertige, oft genug labile Gehirne, auf die solche Szenen ebenso einwirken wie auf Spieler, die virtuelle und reale Welt sehr gut trennen können. Und sie wirken, die Gewaltszenen. Die Kriminalstatistik macht nach wie vor die größte Gruppe der Gewaltkriminellen in ebendieser Altrsgruppe aus. Tendenz leider nicht sinkend.
Bloßer Zufall?

Gameparents ist eine super-Idee, eine Anlaufstelle für unbedarfte Eltern, um sich Rat und Tipps zu holen, wenn es um eine Welt geht, zu der sie teilweise überhaupt keinen Zugang haben. Aber euch sollte auch bewußt sein, daß ihr mit solchen Artikeln die öffentliche Diskussion eben nicht in eine Richtung lenkt, die die Gefährlichkeit der Spiele für Menschen aufzeigt, die nicht mit beiden Beinen im realen Leben stehen. Das sind vor allem Jugendliche, aber auch Erwachsene mit seelischen Defiziten. Die Zahl der Süchtigen und Kranken steigt. Die Zahl der jugendlichen Gewalttäter ebenso. Die Qualität der Gewalttaten verändert sich, hin zu deutlich mehr Brutalität - sowohl in den Einzelfällen (Amokläufen, Überfällen) als auch in großem Stil (Fußballfans).

Und was findet man bei Gameparents? Einen Artikel, der die Gewalt in Spielen verteidigt und rechtfertigt.

Bravo.

Und schade, daß ihr von eurem eigenen Spielevergnügen nicht abstrahieren könnt und/oder wollt hin zu den Problemen, die virtuelle Gewalt in der Gesellschaft nach sie zieht. Sonst würdet ihr solche Artikel wohl ähnlich betrachten wie gewalthaltige und erniedrigende Texte aus der Rap-Szene, welche "als Kunstform" ebenso gravierende Probleme in der Realität vieler Jugendlicher nach sich ziehen.

Und da hilft eben nicht nur der kurze Hinweis, daß dieses Zeug eigentlich die Minderjährige im Giftschrank zu verschwinden hat.
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MissVerständnis (Besucher)

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#6005
Aw: Gewalt in Spielen vor 1 Jahr, 10 Monaten  
Liebe MissVerständnis,

der hier veröffentlichte Artikel hatte primär die Aufgabe eine Diskussion anzuregen. Diese Aufgabe hat er erfüllt. Daher möchten wir uns für Deinen Kommentar und das darin enthaltene Lob bedanken.

Auch den Tadel in Deinem Kommentar nehmen wir sehr ernst. Es ist durchaus richtig, dass viele Dinge auf unserer Internetseite sich mit dem Bereich der Erwachsenenunterhaltung in den interaktiven Medien beschäftigen. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, das einige unserer Mitglieder in diesem Bereich selber aktiv sind. Ein anderer Grund ist aber auch, das sich die öffentliche Diskussion neben der Suchtproblematik auf eben diesen Teilbereich konzentriert und hier Dinge in dieses Medium hineininterpretiert werden die so nur teilweise korrekt sind.

So ist es für uns eine Tatsache, das der deutsche Jugendschutz in dem Rahmen funktioniert für den er ausgelegt ist. Nämlich in einem legalen Umfeld. Die Ausreißer die passieren, geschehen häufig dadurch, das illegale Aktionen dafür sorgen, das geltende Gesetze durchbrochen werden und somit der Jugendschutz unterhöhlt wird. Das mag der Kioskbesitzer sein, der Alkohol an Minderjährige verkauft, der volljährige Kumpel, der einem jüngeren Zugang zu nicht altergerechten Medien verschafft und über allem Eltern, die das ganze Treiben desinteressiert verfolgen oder überhaupt nicht mitbekommen, weil ihnen nicht bewusst ist, worauf sie zu achten haben.

Wir werden uns aber in Zukunft bemühen, unseren Schwerpunkt zu verlagern. D.h. weniger dementierende Berichte zu angeblichen Gefahren durch illegalen Medienkonsum, sondern mehr hin zu Informationen zum legalen, also altersgerechten, Medienkosum.

Damit wir dies forcieren können, benötigen wir aber weiterhin Hilfe und Unterstützung. Wir freuen uns über Autoren, die in diesem Bereich aktiv werden. Egal ob dies Spielberichte von Kinder- und Lernsoftware sind, oder Meldungen über Medienpädagogische Veranstaltungen und Aktionen für Kinder, Eltern und Lehrer. Auch Hinweise für spezielle, altergerechte Internetinhalte würden wir sehr gerne veröffentlichen. Dabei steht die Wahl frei, ob jemand dies als aktives Mitglied des Vereins durchführt, oder uns einen Beitrag als Gastautor zur Verfügung stellt.

Teilen Sie ihr Wissen, ihre Erfahrung und gerne auch Meinung mit Anderen.

Viele Grüße
Rainer Schmidt
Vorsitzender GameParents.de e.V.
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#6008
Aw: Gewalt in Spielen vor 1 Jahr, 10 Monaten  
Hallo Rainer,

dankeschön für Deine Antwort. Ich bin positiv überrascht, daß der konstruktive Kern trotz meiner vielen Polemik doch angekommen ist. Werde mich beim nächsten Mal mäßigen, versprochen...

Was ich schön finden würde, wäre das, was ich schon mal in dem anderen Forum angefragt hatte: eine Liste mit Alternativen zu gewalthaltigen Spielen. Denn gerade für Eltern, die mit Jugendlichen um die Einhaltung des Jugendschutzes ringen, wie wir des öfteren, haben oft keine wirklichen Alternativen zu bieten. Und man kann schlecht die "Killerspiele" verbieten, und andererseits nichts Alternatives anbieten. Vielleicht gibt es das ja wirklich nicht: etwas, was "cool" und weniger(er) gewalthaltig ist... aber wenn doch - wer sollte das eher anbieten als ihr...?

Von daher bleibt ihr für mich in dieser Beziehung die einzige Ablaufstelle, zu der ich das Vertrauen hätte, daß mir keiner irgednwas aufschwätzen will, sondern wirklich an funktionierendem Jugendschutz interessiert seid.

In einer Sache möchte ich Dir aber trotzdem nochmal widersprechen: der Jugendschutz funktioniert - wie Du es schreibst "in legalem Rahmen" - leider nur auf dem Papier. Denn die illegalen Ausreißer, die Du angibst, sind keine Einzelfälle, sondern kommen hunderttausendfach vor (gerade bei Jungs). Das ist kein Ausreißerdasein mehr, sondern schlicht in praxi nicht funktionierender Jugenschutz. Und ausschließlich vor diesem Hintergrund ist die öffentliche Debatte mit dem positiven Blickwinkel auf die gewalthaltigen Medien aller Art auch zu kritisieren.

Viele Grüße,
MissVerstaendnis
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#6013
Aw: Gewalt in Spielen vor 1 Jahr, 10 Monaten  
Rainer Schmidt schrieb:
So ist es für uns eine Tatsache, das der deutsche Jugendschutz in dem Rahmen funktioniert für den er ausgelegt ist. Nämlich in einem legalen Umfeld. Die Ausreißer die passieren, geschehen häufig dadurch, das illegale Aktionen dafür sorgen, das geltende Gesetze durchbrochen werden und somit der Jugendschutz unterhöhlt wird. Das mag der Kioskbesitzer sein, der Alkohol an Minderjährige verkauft, der volljährige Kumpel, der einem jüngeren Zugang zu nicht altergerechten Medien verschafft und über allem Eltern, die das ganze Treiben desinteressiert verfolgen oder überhaupt nicht mitbekommen, weil ihnen nicht bewusst ist, worauf sie zu achten haben.
Hallo Rainer,

ich hab aktuell einen Artikel gefunden, der nochmal deutlich macht, wie hoch die Zahl der "Ausreißer" ist. Vielleicht macht das auch meine Vehemenz pro Verbot in den Diskussionen für Dich und andere etwas verständlicher.

www.mediaculture-online.de/Spiele-Spiele...Konsolen.1298.0.html

Daraus:
Auf einen besonderen Aspekt richtet das Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (Professor Christian Pfeiffer, 2005) sein Augenmerk: es stellte fest, dass etwa die Hälfte der 10jährigen Jungen Erfahrungen mit gewalthaltigen Computerspielen (mit Altersfreigaben ab 16 Jahren) hat und jeder Fünfte (20 Prozent) diese Spiele regelmäßig spielt, bei den 14-15-Jährigen seien es sogar vier Fünftel der Jungen.

LG,
MissVerstaendnis
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MissVerstaendnis (Besucher)

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#6014
Aw: Gewalt in Spielen vor 1 Jahr, 10 Monaten  
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Rainer Schmidt (Admin)
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