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Gewalt in Computerspielen - Warum ?
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THEMA: Gewalt in Computerspielen - Warum ?
#3129
Gewalt in Computerspielen - Warum ? vor 3 Jahren, 4 Monaten  
Um zu klären weshalb die Diskussion um Verbot von Computer und Videospielen in der Bevölkerung so hoch polarisiert, gilt es zu verstehen weshalb Gewalt zur Veranschaulichung in eben diesen Spielen dargestellt wird.

Grundsätzlich lässt sich Gewalt in zwei Kategorien aufteilen, nämlich in physische und psychische Gewalt. Ganz gleich welcher Art Gewalt ist, sie erzeugt bei jedem Menschen ein sehr intensives Gefühl von Angst. Und genau das ist der Kern. Angst ist eine genauso intensive Emotion wie Liebe, Zuneigung, Freud, Leid und Haß. Emotionen können sowohl eine Stärke als auch eine Schwäche sein. Je nach Charaktereigenschaft des Einzelnen und je nach dem Bewusstsein des Einzelnen. Das Gefühl Angst begegnet uns täglich in den unterschiedlichsten Formen sei es zu spät zur Arbeit zu erscheinen, vom Bus überfahren zu werden oder sich mit einem anderen Menschen einfach nur zu streiten. Angst entsteht aus einer gewissen Unsicherheit heraus, aus dem Nichtvorhersehbaren, aus dem Ungewissen oder wie ein Programmierer sagen würde aus der undefinierbaren Variablen X. Der Mensch neigt dazu alles und jedes wie auch nur jedwede Situation unter seine persönliche Kontrolle bringen zuwollen. Zwar weiß jeder Einzelne das dies unmöglich ist doch immer wieder geht man an die Grenzen um das Höchstmaß an Kontrolle für sich zu gewinnen. Und das bedeutet unter anderem. künstlich fürchterliche Situationen zu erschaffen damit er sich an eine solche Situation gewöhnen und sich darauf einstellen kann. Trügerisch ist nur das genau das in einem Ernstfall nicht funktioniert.

Natürlich gelingt dies nur bedingt. Ein schönes Beispiel sind Menschen (wie auch ich) die sehr gerne Grusel- und Horrofilme sehen. Irgendwann ist man derart abgestumpft das man sich nicht mehr gruselt, keinen Horror verspührt oder so etwas wie Furcht erlebt. Als ich das Erstemal den Film "Poltergeist" von Steven Spielberg sah bin ich vor Angst im Sessel immer tiefer gerutscht, heute kann ich mir ohne Probleme "SAW" ansehen und denke mir lediglich "Ohhhh das tut doch weh....". Das heißt allerdings noch lange nicht, das ich damit so abgestumpft und verblödet durch diese Filme bin das ich nun in den nächsten Baumarkt gehe mir eine Kettensäge besorge und versuche gesehene Filme praktisch umzusetzen. Dieses gilt wohl genauso für Computerspieler, denn nur weil jemand Counter Strike, Doom oder gar Painkiller spielt die ja bekannt für ein Höchstmaß an Brutalität sind geht auch hier kaum einer der Spieler mit einer Schrotflinte oder einem Sniper-Rifle in die Schule oder zur Arbeit.

Im Gegenteil, es ist ein Ausgleich für den Alltag. Mal etwas anderes zu erleben und einmal zumindest virtuell der Held zu sein und die Bestätigung zu bekommen die man sonst vielleicht nicht unbedingt so bewusst im Alltag nach erfolgreich vollbrachter Leistung erhält.

Selbstverständlich sind viele Spiele moralisch nicht unbedingt vertretbar, und man sollte auch mal daran denken was man gerade tut. Doch andererseits handelt es sich um ein SPIEL und um keine lebensbedrohende Alltagssituation weder für sich selbst noch dritten gegenüber. Oder hat jemand schon erlebet das derjenige der bei Mensch-Ärgere-Dich-Nicht rausgeschmissen wird einen Tritt kassiert und gleich gesteinigt wird. Sicher nicht, mir zumindest ist noch kein solcher Fall bekannt.

Ein Spiel ist und bleibt nichts anderes als ein Spiel, wie auch ein Computerspiel nicht anderes als ein Computerspiel ist - eine Ansammlung von farbigen Pixelhaufen die uns etwas vorgaukeln etwas zu sein was sie nicht sind und uns sogar Vergnügen bereiten.

Wenn jedoch Computerspiele so gefährlich für Leib und Seele und sogar für das Leben anderer sind wie durch Politiker und Presse immer wieder angeklagt wird, - was ist dann mit den Abendlichen Fernsehnachrichten und deren Berichterstattungen aus Kriegs- und Krisengebieten frage ich. Wo ist denn da die Zensur, müssten solche Berichte nicht viel eher Verboten werden ? Sie zeigen die Realität so wie sie ist und davon ist nichts fiktiv allerhöchstens noch grausamer erzählt als es der Wahrheit vielleicht entspricht.

Wer also nicht im Stande ist zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden, wer Pixelblut für realer hält als das Blut derer die in Kriegen ihr Leben lassen sollte weder in die Politik gehen, denn es fehlt ihm an Objektivität und Realismus, noch sollte er Computerspieler an den Pranger stellen, da selber nichts von der Materie der Computerspiele weis. Und somit flieht er bewusst und mit Vorsatz vor der Wahrheit, der Realität und seinem Alltag aus Angst vor sich selber nicht bestehen zu können und zu versagen und um genau dieses Angst und Unsicherheit als Schuld auf diejenigen zu projizieren die in seinen Augen (persönlicher Blick) einem Vergnügen nachgehen was verwerflich scheint.

Beste Grüße und nun darf fleissig debatiert und diskutiert werden

Der Runenmeister
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Runenmeister (Besucher)

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