| Verbot gewalthaltiger Spiele: Beckstein will eine rasche Gesetzesinitiative |
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| Dienstag, 16. Januar 2007 um 21:12 Uhr | ||||
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Bayerns Innenminister Günther Beckstein fordert eine rasche Umsetzung eines Verbots von gewalthaltigen Computer- und Videospielen. Die von ihm so genannten virtuellen 'Killerspiele' förderten in der Realität "schwerste Gewalttaten".
Beckstein wörtlich: "Die europäischen Justiz- und Innenminister haben im Kampf gegen Killerspiele zu Recht die Verantwortung der Nationalstaaten im Vorgehen gegen die schädlichen Wirkungen von menschenverachtenden Gewaltangeboten wie Killerspielen betont. Angesichts der nicht abreißenden Kette von brutalen Gewalttaten junger Menschen, wie zuletzt im mecklenburgischen Tessin, wäre eine zögerliche Haltung der nationalen Gesetzgeber verantwortungslos. Wir können nicht tatenlos zusehen und mit dem Ausdruck des Bedauerns zur Tagesordnung übergehen, wenn immer wieder Jugendliche und junge Erwachsene nach dem Konsum von Killerspielen schwerste Gewalttaten begehen. Der Vorschlag Bayerns für ein strafbewehrtes Killerspiel-Verbot liegt bereits auf dem Tisch". Abzuwarten bleibt, wie der Begriff 'Killerspiele' in einem derartigen Gesetzesvorschlag wohl näher definiert wird. Beckstein selbst, wie auch sämtliche seiner Kritiker-Kollegen, haben sich zu diesem Punkt bislang immer weitestgehend in Schweigen gehüllt. Die Verwendung des Begriffes 'Killerspiel' - die GameParents.de in aller Schärfe verurteilt - nimmt derweil immer skurrilere Formen an: So wird die Schuld für einen Doppelmord in Tessin in Mecklenburg-Vorpommern, den zwei jugendliche Täter in dieser Woche begangen haben, mittlerweile auf das Videospiel Final Fantasy VII abgewälzt. Dazu Bild Online in einer Newsmeldung: "BILD erfuhr aus Ermittlerkreisen: Die als freundlich bekannten Gymnasiasten haben das Computerspiel 'Final Fantasy VII' nachgespielt. Darin kämpfen auf einem fiktiven Planeten 'Gut gegen Böse'. [...]" und weiter:""Wie wurden die netten Computerspieler bloß zu eiskalten Killern? Jugendpsychologe Michael Thiel: „Bei solchen Spielen verlieren empfindsame Menschen in dieser Scheinwelt die Kontrolle – und suchen sich einen neuen Kick." Doch zurück zum Thema: Die Tatsache, dass gewaltverherrlichende Spiele bereits nach Paragragh 131 des Strafgesetzbuches seit langer Zeit verboten sind, läßt Beckstein als Einwand übrigens nicht gelten. Stattdessen ist der der Meinung "dass die gegenwärtige Rechtslage zu keinen nennenswerten strafrechtlichen Verurteilungen geführt hat und nicht ausreicht, um wirkungsvoll die Verbreitung von menschenverachtenden Computerspielen via Internet zu verhindern. Wir brauchen ein eindeutiges strafrechtliches Verbot der Herstellung und Verbreitung von Killerspielen, um effizient polizeiliche Fahndungsmaßnahmen im Internet durchführen zu können". Dieses strafrechtliche Verbot ist mit eben diesem Paragraphen 131 jedoch längst gegeben! Was wiederum die Vermutung nahelegt, dass Herr Beckstein mit der gesamten digitalen Spielkultur einfach viel zu wenig anzufangen weiß und diese - aus Angst davor, sich künftig stärker mit dieser auseinandersetzen zu müssen - lieber rigoros unter strafrechtlichen Generalverdacht stellt. Noch einmal: Gewaltverherrlichende Computer- und Videospiele sind bereits in Deutschland verboten. Der Vertrieb solcher Spiele über das Internet aus Deutschland heraus ist ebenso illegal. Das Herunterladen solcher Spiele in Tauschbörsen sowieso - allerdings aus urheberrechtlichen Gründen. Was wir brauchen, sind keine neuen, noch schärferen Gesetze, sondern stärkere Kontrollen der Verkaufsstellen durch Ordnungsämter und ein deutlicheres Bewusstsein von Eltern und Erziehungsberechtigten für den Sinn und Zweck von rechtsverbindlichen Altersfreigaben. Und wenn nötig eine Anklage-Kultur, in dem jeder aufmerksame Kunde all diejenigen Kaufhäuser und Händler anzeigt, die für Kinder und Jugendliche ungeeignete Medien trotzdem an eben diese verkaufen.
Wir wollen Ihre Meinung! Gehören gewalthaltige Computerspiele - wie Ego-Shooter - grundsätzlich verboten? Welche Folgen sehen Sie für die Spielkultur generell? Diskutieren Sie mit uns in unserem Forum.
Quellen: Bild Online: Totgemetzelt mit dutzenden Messerstichen - Das sind die Opfer derKiller-Schüler! Gamestar.de: "Killerspiel"-Verbot - Beckstein fordert rasche Umsetzung. Gamestar.de: "Killerspiele" - Final Fantasy gehört auch dazu. Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK): Altersfreigaben für das Videospiel Final Fantasy VII.
Bild: Mit freundlicher Genehmigung von GameStar.de
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| Aktualisiert ( Mittwoch, 17. Januar 2007 um 11:57 Uhr ) | ||||
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