| Computerspiele und ihre Genres - Seite 3 |
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| Freitag, 20. Oktober 2006 um 13:02 Uhr | |||||||||||
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ACTION
Ego-Shooter gelten gemeinhin als sehr gewalthaltig und brutal. Neben der - oftmals sehr ausführlichen Darstellung von Gewalt - kann dies ebenso auf die Perspektive des Spielers auf das Spiel zugeschrieben werden. Von der eigenen Spielfigur sind in der Regel nur die Hände und ein Teil der Arme sichtbar, in seltenen Fällen auch die Beine. Der Spieler blickt also aus deiner ‚Ich-Perspektive’ (oder auch First-Person- oder Ego-Perspektive) in die Spielwelt Im Regelfall über die Mündung einer Waffe, die von rechts oder links unten in das Bild ragt. Der Gewaltgehalt zeichnet sich meist durch mehr oder weniger realistische Darstellungen des Tötungsaktes, große Mengen virtuellen Blutes und/ oder die Tatsache aus, dass das Schießen auf Gegner zumeist die einzige Möglichkeit darstellt im Spiel zu bestehen. Ausnahmen stellen hier meist lediglich die Taktik- bzw. Team-Shooter, wie sie etwa durch Counterstrike oder Battlefield 2 repräsentiert werden. Als weitere aktuelle Beispiele dieses Genres sind Unreal Tournament 2004 (bzw. dessen demnächst erscheinender Nachfolger UT 2007), Far Cry, Quake 4, Call of Duty 2, F.E.A.R. oder Halo 2 zu nennen. Einen guten Überblick über die Geschichte und Entwicklung der Ego-Shooter bietet Rainer Fromm in seinem Buch ‚Digital spielen – real morden? Shooter Clans und Fragger- Computerspiele in der Jugendszene“ , erschienen 2003 im Schüren-Verlag.
Jump’n’Runs dürften vor allem im Konsolenbereich immer noch zu der größten Gruppe von Spielen zählen, wenngleich sie mittlerweile an Bedeutung verlieren. Gerade die klassischen ‚Hüpf und Lauf’-Spiele wie Super Mario sind vom Gefährdungsgrad für Kinder und Jugendliche als sehr gering einzustufen, bewegen sich Spieler hier doch meist durch kunterbunte Welten mit eher niedlicher Optik. Nichts desto trotz müssen auch hier immer wieder einmal Gegner auf die unterschiedlichsten Arten erledigt werden.
Die Abgrenzung zwischen Action-Adventures und Jump’n’Runs kann zuweilen schwer fallen. Action-Adventures bedienen sich gerne - mal mehr, mal weniger deutlich - bei Spielelementen klassischer Jump’n’Runs. Dabei waren Action-Adventures ursprünglich der Versuch, klassische Point & Click-Adventures (wie Monkey Island, Day of the Tentacle usw.), bei denen der Spieler Rätsel durch Kombinieren und Benutzen verschiedenster Gegenstände sein Vorankommen in der Spielwelt sichert, mit Action-Elementen zu versehen. Mittlerweile bestehen die Rätsel-Einlagen aber zumeist nur noch aus simplen Aufgaben, wie die Beschaffung eines bestimmten Schlüssels oder das verschieben von Kisten innerhalb eines Bildschirms, um an bestimmten Stellen im Spiel weiter zu kommen. Das Geschehen beobachtet der Spieler dabei gewöhnlich aus der so genannten Third-Person-Perspektive, in der er seine Spielfigur meist von hinten betrachtet durch die Spielwelt steuert. Typische Vertreter sind etwa die auch außerhalb des Mediums Computerspiele populäre Lara Croft: Tomb Raider-Reihe (von der in diesem Jahr ein weiterer Teil namens Legend erscheint), die Legacy of Kain-Reihe, oder die Neuauflage der klassischen Prince of Persia-Reihe (Prince of Persia: The two Thrones). Der Anteil an Gewalt kann in diesem Genre stark variieren, manche Spiele sind allerdings auch hier sehr explizit in ihrer Darstellung (wie beispielsweise der Prince of Persia-Ableger Warrior Within).
Diese Spiele können am ehesten als eine Sonderform des Action-Adventures betrachtet werden. Zwar gibt es auch hier Geschicklichkeitseinlagen und actiongeladene Kämpfe, der Spieler ist in der Regel aber gezwungen sich lautlos und unentdeckt in der Spielewelt fortzubewegen, da er gegnerischen Angriffen zumeist gnadenlos unterlegen ist. Zwar kann auch hier auf ein großes Arsenal an Waffen zurückgegriffen werden, allerdings hält sich die Gewaltdarstellung stark in Grenzen. Eine mögliche Jugendgefährdung ist daher nur bedingt gegeben. Prominente Vertreter: Thief-Serie (Dark Projekt I&II, Thief 3), Metal Gear Solid-Serie (Metal Gear Solid 3: Snake Eater), Splinter Cell-Reihe (Splinter Cell 4: Double Agent).
Prügelspiele befinden sich, neben den Ego-Shootern, ganz besonders im Fadenkreuz der Medien. Hier stehen sich gewöhnlich zwei Spielfiguren in einer unter Umständen interaktiven Arena gegenüber und bekämpfen sich meist mittels übertrieben dargestellter Kampfsportarten. Wobei teilweise auch Waffen zur Verfügung stehen oder die Umgebung auf tödliche Weise mit einbezogen werden kann. Sieger ist der Spieler, der als letzter auf den Beinen steht oder dessen Figur nach Ablauf eines Zeitlimits noch über die meiste Energie verfügt. Zu besonderem negativen Ruhm ist vor allem die Mortal Kombat-Serie gekommen, bei der die Spieler die Möglichkeit haben, mittels besonders gewalttätiger und blutig inszenierter ‚Finishing Moves’ ihr Gegenüber zu erledigen. Allerdings sind solche Darstellungen eher selten anzutreffen, in den meisten Fällen sind an den Spielfiguren nicht einmal Auswirkungen der Prügel auf die Spielfigur zu erkennen. Der Gefährdungsgrad für Kinder ist daher als eher mittelmäßig einzustufen.
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| Aktualisiert ( Freitag, 20. Oktober 2006 um 23:45 Uhr ) | |||||||||||
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