GameParents.de beim Arbeitskreis Games NRW PDF Drucken E-Mail
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Freitag, 23. März 2007 um 03:19 Uhr

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Gameparents.de traf sich am runden Tisch in Düsseldorf mit dem Staatssekretär für Medien, Andreas Krautscheid, sowie mit Vertretern der Spieleindustrie, des Familienministeriums in NRW uvm. zum Arbeitskreis Games NRW, um über die politische Diskussion, geplante Änderungen am Jugendschutz und den Games-Standort Deutschland zu diskutieren.

Gestern, am Mittwoch, den 21. März 2007, waren wir von GameParents.de erstmalig zum neu gegründeten Arbeitskreis Games NRW der CDU-Landesregierung eingeladen. Unter der Schirmherrschaft von Thomas Jarzombek, dem Beauftragten für Neue Medien der CDU-Fraktion im Landtag, und für gewöhnlich moderiert von Stephan Reichart, Vorsitzender des Bundesverbandes der deutschen Spieleentwickler - kurz: G.A.M.E, sind viermal im Jahr Vertreter der Branchenverbände, Publisher und Entwickler von Computerspielen und Vertreter aus Lehre und Politik eingeladen, um über aktuelle politische und wirtschaftliche Themen mit Bezug zu Games zu diskutieren.

Wir von GameParents.de hatten dabei ausreichend Gelegenheit, unser Projekt und die damit verknüpften Ziele ausführlich vorzustellen und ernteten viel Lob und Anerkennung von allen Seiten. Als Resultat der Vorstellung konnten wir uns mit dem Vertreter des Minsteriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration in NRW (MGFFI), Jürgen Schattmann, auf eine engere Zusammenarbeit in naher Zukunft verständigen. Wir sind zuversichtlich, durch unsere Arbeit einen bedeutenden Teil zu der Aufklärung und Information zum Thema Computerspiele und Jugendschutz - vor allem bei Eltern und Erziehungsberechtigten - beitragen zu können und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

 

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GameParents.de-Gründer Rainer Schmidt vor der Düsseldorfer Staatskanzlei

Staatssekretär Andreas Krautscheid, der ebenfalls gekommen war, um sich persönlich ein Bild von der Games-Branche und ihren Vertretern machen zu können, zeigte sich ebenfalls sehr beeindruckt.

Die weitere Diskussion drehte sich vor allem um die derzeitige politische Diskussion rund um die so genannten 'Killerspiele'. Laut Krautscheid seien sich vermutlich die allerwenigsten Politiker in Deutschland der Bedeutung der Spiele-Branche in Deutschland bewusst. Dennoch dürfe man die von einigen Politikern angezettelte Diskussion um ein Verbot von so genannten 'Killerspielen' nicht einfach abtun, sondern müsse die Gründe dafür hinterfragen und sich ausführlich mit dem Thema auseinandersetzen. Einig waren sich die Anwesenden in diesem Zusammenhang darin, dass die Spiele-Branche ein eindeutiges Image-Problem habe.

Ein besonder Schwerpunkt war schließlich die Frage, wie sich die Situation für deutsche Entwickler am internationalen Markt darstellt und wie sich die Ausbildungssituation im Bereich des neuen Mediums Videogames präsentiert. Deutsche Spiele-Produkte, so die einhellige Meinung der Entwickler, sind im internationalen Markt nicht ausreichend wettbewerbsfähig. Außerdem mangele es vor allem in Deutschland nach wie vor an einer fundierten - und vor allem staatlich anerkannten - Ausbildung, beispielsweise zum Game-Designer.

Ein weiteres großes Thema war schließlich das vor einigen Wochen vorgestellte Sofort-Programm von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und ihres nordrhein-westfälischen Amtskollegen Armin Laschet. Zur Erinnerung: Darin geht es vor allem darum, bestehende Jugendschutzregelungen auszubauen und zu verstärken. Doch vor allem die Formulierung, dass zukünftig auch extrem gewaltbeherrschte Medien ohne vorherige Prüfung indiziert werden könnten, war so manchem - darunter unseren Kollegen von der GEE in der aktuellen Ausgabe (#29/April 2007) - etwas sauer aufgestoßen, da auch dieser Begriff wieder einmal nicht ausreichend definiert ist.

Dahinter steht aber zunächst einmal - unabhängig von der demnächst stattfindenden Evaluation des momentan gültigen Jugendschutzgesetzes - die Einsicht, dass für bestimmte Spiele eine Verschärfung des Jugendschutzes nötig sei, so Jürgen Schattmann vom MGFFI. Allerdings sei man dabei klar gegen eine Verschärfung des Strafrechts und gegen Verbote, wie zuletzt von Bayerns Innenminister Günther Beckstein vorgeschlagen. 

Eine Einführung von Verboten für gewisse Titel gilt sowieso als sehr schwierig, da anzunehmen ist, dass solche Maßnahmen verfassungswidrig sind.

Vielmehr, so Schattmann, müsse man bestehende Instrumente des Jugendschutzes - wie etwa die Möglichkeit zur Indizierung - in Zukunft stärken und solche Aspekte auch stärker an die Öffentlichkeit kommunizieren. Genau wie es nötig sei, die Arbeit und das Auftreten der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) nach außen hin transparenter darzustellen. 

Klar ist: Die Öffentlichkeit muss mit der Arbeit der Jugendschutzeinrichtungen für Computerspiele deutlich vertrauter gemacht werden. Dazu ist neben einer Verschärfung der bestehenden Maßnahmen und einer stärkeren Kontrolle des Handels allerdings auch nötig, dass sich der Staat stärker hinter die zuständigen Einrichtungen stellt und ihnen den Rücken stärkt. Denn immerhin handelt es sich bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) um eine rein staatliche Einrichtung. Ebenso wie die USK, obwohl eine rein private - und nebenbei bemerkt von der Spieleindustrie unabhängige - Einrichtung, im Auftrag des Staates handelt und durch den Ständigen Vertreter auch durch diesen kontrolliert wird. 

Alles in allem läßt sich also festhalten, dass der Arbeitskreis Games eine enorm sinnvolle Veranstaltung ist, bei dem deutlich wird, dass Computerspiele - anders als von den Medien vermittelt - durchaus ein Thema sind, das von der Politik sehr ernst genommen und äußerst differenziert betrachtet wird.

Wir von GameParents.de sind froh, dass es eine solche Einrichtung gibt und dass die 'neuen Medien' als gesamtes innerhalb der Familienpolitik NRWs einen so deutlichen Schwerpunkt ausmachen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich dieser Eindruck in Zukunft auch im öffentlichen Bewusstsein - und vor allem bei bestimmten Politikern und Medien - deutlicher bemerkbar macht.

Links

  • www.jarzombek.com - Die Website des CDU-Medienbeauftragten und NRW-Landtagsabgeordneten Thomas Jarzombek; hier finden Sie weitere Informationen zum Arbeitskreis Games
  • www.game-bundesverband.de - Die Website des Bundesverbandes der Entwickler von Computerspielen G.A.M.E.
  • www.mgffi.nrw.de - Die Webpräsenz des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen
  • www.usk.de - Die Website der USK liefert sämtliche Informationen rund um aktuelle Prüfergebnisse, die Arbeit der USK und vieles mehr
  • www.bundespruefstelle.de - Die Internetpräsenz der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien; hier erfahren Sie alles zur Arbeit der BPjM

Aktualisiert ( Montag, 23. April 2007 um 13:14 Uhr )
 
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